Donnerstag, 3. Oktober 2013

Ryudaisai

Wie ich bereits am Ende des vorigen Eintrags angekündigt hatte, berichte ich nun über das Ryudaisai (das Fest der Ryukyu-Universität), welches am Wochenende stattfand. Es findet wohl jedes Jahr vor Beginn des Semesters statt.

Voller Vorfreude stand ich also am Samstagmorgen auf, um dann erstmal in aller Ruhe mit Irene zu frühstücken, bevor wir uns auf den Weg machten, noch ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Da wir uns mit Irene’s Tutorin erst gegen 14 Uhr vor der Bibliothek treffen wollten, hatten wir also noch genügend Zeit, ein paar Dinge vorher zu erledigen. Auf dem Rückweg zum International House haben wir dann aber bereits etwas vom Fest mitbekommen, da unser Weg zum Drogerie- und Supermarkt einen Teil um den Campus herumführt, konnten wir am Osteingang des Campus einige aufgebaute Stände betrachten und von weitem Tänzer mit Taikos (japanische Trommeln) und Tänzerinnen erkennen, die den traditionellen Tanz Eisaa von Okinawa tanzten.


 Eisaa-Tanz

Wir brachten schließlich erstmal unsere Einkäufe auf unsere Zimmer, ehe wir uns später dann auf das Fest begaben. Vor der Bibliothek haben wir dann auch Christian, einen der anderen deutschen Austauschstudenten unserer Uni gefunden. Während wir dann zu dritt auf Irene’s Tutorin warteten, sahen wir uns eine Tanzgruppe an, die auf der Bühne (welche vor der Bibliothek aufgebaut war) zu verschiedenen Liedern tanzte.


 Mädchen-Tanzgruppe

Nachdem Irene’s Tutorin Natsumi mit einer Freundin namens Katsumi angekommen war, suchten Irene und ich uns erstmal etwas zum Mittagessen, da wir seit dem Frühstück nichts mehr gegessen hatten. Zum Glück gab es genügend Auswahl auf dem Fest. Genau genommen gab es eigentlich viel zu viel Auswahl, denn man konnte sich kaum entscheiden… Gebratene Nudeln, gegrilltes Hähnchenfleisch, Oktopusbällchen, diverse Nudelsuppen, Reisbällchen… Von überall her strömten uns die unterschiedlichsten Gerüche in die Nase, doch recht schnell fanden wir etwas, was uns mehr als nur zusagte: Okonomiyaki!
Nun, für alle, die das nicht kennen: Was ist Okonomiyaki? Ein Okonomiyaki besteht aus einem flüssigen Teig, in den man kleingeschnittenen Kohl hineingibt. Dieser wird dann in der Pfanne angebraten und schließlich kann man diesen Teig mit sämtlichen Zutaten belegen, ganz nach Belieben: mit Fleisch, Fisch, Gemüse oder auch Käse. Darüber gibt man schließlich Noriblätter (getrocknete Seealgenblätter), etwas Dashi (Fischflocken), eine unwiderstehlich leckere Soße und oft etwas Mayonnaise.
Ich kann dieses Gericht wirklich nur empfehlen! :)

Und so sah unser Okonomiyaki dann aus, welches wir auf dem Fest verspeist haben:


 Okonomiyakiiiii!!!

 Ich und mein Okonomiyaki. :)

Anschließend sind wir dann alle zusammen ein wenig über den Campus gegangen und haben uns die Stände angesehen. An den meisten Ständen konnte man etwas zum Essen oder zum Trinken kaufen, doch es gab auch Stände, an denen selbstgebastelte Sachen verkauft wurde oder wo kleine Kinder Goldfische aus großen Wannen fischen konnten. Da das Wetter auch sehr gut war und es unglaublich heiß war, war es sicher für die meisten Kinder ein Riesenspaß an den Wannen zu sitzen und im Wasser nach den Goldfischen zu angeln. ^^°

Hier noch ein paar Eindrücke vom Fest:

 Ein paar Stände, als es auf dem Fest noch nicht so voll war.

 Ein Box-Showkampf.

 Diese netten Jungs warfen sich sogleich in Pose, als man die Kamera rausholte. 
Und Evelyn: Das sind übrigens dann wohl unsere Ryukyu-Boys. Ziemlicher Kontrast zu den Keio-Boys, was? ;)

 Ein Foto von einem Vater und seinem Sohn. Es bot sich einfach an, ein Bild von dieser Szene zu machen, weil das so niedlich aussah. :)

 Und hier unsere Gruppe (von links nach rechts): Irene, Christian, ich, Laurin und Katsumi. Natsumi hat das Foto geschossen.

Während wir über den Campus gingen gab es erneut eine Vorstellung des Eisaa-Tanzes und dieses Mal konnten Irene und ich auch einen Teil davon filmen, da wir ganz nah dran standen. :) Zudem haben wir uns noch ein Eis gekauft. Und zwar kein Milcheis, sondern ein Kaki-goori! Ein Kaki-goori besteht aus ganz kleinen Eiswürfeln und diese werden mit einem Sirup überschüttet. Irene und ich hatten uns für den Melonensirup entschieden, Natsumi für Pfirsich. Bei diesen heißen Temperaturen tat das wirklich gut.


 Unser Kaki-goori. Seeeehr lecker und erfrischend bei 30°C!

Lustig ist auch, dass man manchmal mehr oder wenig spontane Live-Acts auf dem Campus sieht. Gegen Nachmittag zum Beispiel rannte plötzlich so ein Typ über ein relativ freies Stück Straße und kämpfte wie Jackie Chan gegen die Bösen, bis diese alle am Boden lagen. Es war so, als würde man bei irgendwelchen Dreharbeiten für deinen Film zusehen.


 Im Hintergrund sieht man die bereits niedergestreckten Menschen. *lach*

Gegen Nachmittag verließen wir dann das Fest und wurden von Natsumi noch einmal zu dem großen Kaufhaus in Nishihara gefahren, wo Irene und ich nicht nur ein Bügeleisen und ein Bügelbrett (Gott sei Dank!) kaufen konnten, sondern auch noch Duschvorhänge und wunderbare Kissen! Soetwas bekommt man leider in unmittelbarer Umgebung der Uni nicht, weshalb wir Natsumi sehr dankbar waren, dass sie uns mit dem Auto zum Kaufhaus und zurückgefahren hat. 

Am Abend haben Irene und ich dann zum ersten Mal unseren Herd in unserer Wohnung eingeweiht. Die ersten Tage waren wir einfach zu beschäftigt gewesen, um selbst zu kochen. Außerdem mussten wir ja auch erstmal die Gegend nach guten Supermärkten auskundschaften.
Das Ergebnis unseres ersten selbstgemachten Essens:

 Nudeln mit gebratenem Gemüse, Hähnchenfleisch und Sojasoße.

Damit ging der Tag dann auch ruhig zu Ende und wir gingen schließlich schlafen, um für Sonntag fit zu sein, da wir dann auch nochmal kurz auf das Festival wollten…
Gesagt, getan: Sonntag gingen wir erneut nochmal kurz auf das Ryudaisai und gönnten uns erneut ein Eis. Dieses Mal aber Milcheis. Genau genommen: Okinawanisches Eis. Es gab einige Geschmacksrichtungen, die hier nicht so üblich sind, doch letztendlich entschieden wir beide uns für Matcha-Eis (Grünes-Tee-Eis). Uuuuuunglaublich lecker!

 Matcha-Eis


Yakitori haben wir uns auch geholt. (Yakitori=gegrilltes Hähnchenfleisch)


Außerdem spielte dieses Mal eine Band auf der Bühne vor der Bibliothek:


 Der Sänger der Band

 Der Gitarrist

Am Abend trafen wir uns mit unseren Jungs, da wir gemeinsam kochen wollten. Das Ergebnis: Curry-Reis! Es war wirklich sehr lecker und sicherlich werden wir das nicht zum letzten Mal gemacht haben. 



 Unser Curry-Reis!

Ah, da fällt mir ein: Wir hatten auch am Samstag unser erstes ausführliches und europäisches Frühstück! Die ersten Tage hatten wir uns immer das weiche, helle Brot geholt, welches man in Japan bekommt, oder irgendwelche süßen Teigwaren. Jetzt aber sind wir etwas besser ausgestattet:


 Es gab leckeren Cappuccino, dazu Brot, Marmelade und Honig. :)

Ach ja, und noch etwas ganz vergessen: Das waren unsere ersten beiden Getränke aus der nördlichen Cafeteria, die Irene und ich uns während der Erkundung des Campus gekauft haben:


Links: Apfeltee, rechts: Apfelsaft, Mitte: ich! XD


Das war unser Wochenende. Ich finde, es war ein schöner Einstieg, um die Uni ein bisschen besser kennen zu lernen und es hat Spaß gemacht, einfach die ganzen Stände zu erkunden und einzelnen Vorführungen zuzuschauen. ^^

Das war’s auch erstmal wieder! Bis bald! 

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