Montag, 7. Oktober 2013

Ein stürmiges Wochenende

Am Freitag hatten Irene und ich bereits um 11:50 Uhr Unischluss. Sowas nenn ich einen tollen Start ins Wochenende! Toll ist auch, dass es an der Uni eine Mittagspause für alle gibt. Von 11:50 Uhr bis 12:50 Uhr findet kein Unterricht statt, sondern die Studenten bekommen die Möglichkeit, in der Mensa essen zu gehen, sich auf dem Campus ein Bentô (Bentô=Lunchbox) zu kaufen oder ihr selbstmitgebrachtes Essen zu verspeisen. Da es aber leider innerhalb dieser Mittagspause sehr voll in der Mensa ist, gehen Irene und ich lieber etwas später, sofern wir da keinen Unterricht haben. Nur mittwochs müssen wir leider in den sauren Apfel beißen und innerhalb dieser Stunde essen gehen, aber das ist schon in Ordnung.
Normalerweise wären wir auch diesen Freitag in die Mensa gegangen, doch ausnahmsweise waren wir mit Irene’s Tutorin verabredet, die mit uns zur Bank fuhr. Dort eröffneten wir nun endlich unser Bankkonto und unsere Bankkarte bekommen wir nun in ca. zwei Wochen zugeschickt. Wir konnte erst jetzt das Bankkonto eröffnen, da man hier in Japan dafür nachweisen muss, dass man gesetzlich krankenversichert ist und dass man hier lebt. Nachdem wir das nun nachweisen konnten, konnten wir endlich das Bankkonto eröffnen. Man darf sich sogar eine von drei verschiedenen Karten aussuchen, die ein anderes Design haben. Irene hat sich für die schwarze Version entschieden, ich für die grüne. Die pinke sah uns beiden etwas… nun ja, kitschig aus.
Nachdem wir also endlich unser Bankkonto eröffnet hatten, war Natsumi noch so lieb mit uns zum großen Einkaufszentrum „Nishihara City“ zu fahren. Dort waren wir auch mehr als erfolgreich.
Zunächst kümmerten wir uns um ein „Denshi Jisho“ (ein elektronisches Wörterbuch). Solche Wörterbücher werden hier für den Japanisch-Unterricht einfach benötigt. Man kann erstens schneller darin nach Wörtern nachschauen und zweitens kann man auf unseren Wörterbüchern auch Zeichen einzeichnen, sodass das Wörterbuch einem die Bedeutung und die Aussprache des unbekannten Zeichens ausspuckt. So sind wir nun also perfekt für den Japanisch-Unterricht gewappnet.


Mein elektronisches Wörterbuch! ♥

Außerdem erkundigten wir uns nach einem Handy. Mit Natsumi’s Hilfe und einem netten Verkäufer, der Irene und mir alles langsam und ausführlich erklärt hat, entschieden wir uns dazu, ein Handy mit Prepaid-Karten zu nehmen, anstatt einen teuren Vertrag abzuschließen. Nun haben wir beide diese wunderbaren Klapphandys, die für Japan so bekannt sind. :) Irene hat ein schwarzes Handy und ich ein weißes.

 Und mein Handy!

Nun sind wir vorerst mit allem Wichtigen ausgestattet und können uns nun erstmal ganz auf die Uni konzentrieren. :) Ende Oktober müssen wir dann unsere ersten Rechnungen zahlen und mit der Hilfe unserer Tutorinnen werden wir das sicherlich auch problemlos hinbekommen. Bisher hat alles eigentlich reibungslos funktioniert.
Ach ja, beim Kauf der Handys gab es einen kleinen Zwischenfall, der meiner Meinung nach eigentlich ziemlich gut war. Da man unsere Reisepässe und Residence-Cards einscannt, hat das alles ein wenig gedauert und bei Irene’s Unterlagen streikte der Scanner plötzlich. Dadurch verzögerte sich alles ziemlich. Als erstes dachten wir wohl beide, dass wir anscheinend Pech haben, ABER: Zur Entschädigung bekamen wir einen Gutschein von 300 Yen (etwas weniger als 3 €), den wir während der Wartezeit in einem der kleinen Restaurants, die sich im Kaufhaus befinden, etwas zum Essen kaufen konnten. Natsumi hinterließ ihre Handynummer, damit man uns erreichen konnte, sobald unsere Unterlagen fertig wären. Danach machten wir uns auf die Suche nach etwas zum Essen, immerhin hatten Irene und ich noch nichts zu Mittag gegessen, so kam es uns ziemlich entgegen. Auf diese Weise konnten wir uns ein wirklich leckeres Mittagessen holen, ohne viel dafür zu bezahlen. Jeder von uns musste nur noch 200 Yen selber bezahlen und schon hatten wir ein tolles Essen. Ich hatte ein Reisomelette und Irene eine Schüssel Reis mit gebratenem Schweinefleisch, dazu eingelegte Gurken und eine kleine Miso-Suppe. Leider haben wir vergessen Fotos zu machen…
Aber allein für das Mittagessen hat sich jede Verzögern wegen der Handys gelohnt. :)

Am Abend kehrten wir dann glücklich und satt ins International House zurück, wo wir später noch gemeinsam mit meiner Tutorin Gyouza mit Reis gegessen haben.

Der Samstag begann ziemlich stürmisch, aber das hatte man bereits in den Nachrichten angekündigt. Es regnete den ganzen Tag und der starke Wind trug den Regen über die Landschaft hinweg. Dadurch ist es zum Glück auch etwas kühler geworden, sodass man es auf dem Zimmer bei geschlossenen Fenstern auch einigermaßen gut aushält.
So ein regnerischer Tag auf Okinawa ist nach der ganzen Hitze wirklich mal schön, doch leider kann man dann auch nichts unternehmen, weshalb ich die Zeit genutzt habe um Hausaufgaben zu machen und mit Irene unsere Wäsche zu waschen. Außerdem hat sich noch eine Katze ins Haus verirrt, die Irene schließlich zu meinem Zimmer gebracht hat. Diese Katze ist hier im International House beim Verwalter bekannt, da sie fast jeden Abend hierhin kommt. Bei dem Wetter hatte sie sicher verständlicherweise keine Lust draußen zu sein, weshalb sie ins Haus gekommen war. Da ich vorsorglich bereits Katzenleckerlis gekauft hatte, hatte ich auch sogleich etwas für sie, worüber sie sich gefreut hat. Und danach hat sie es sich auf meinem Stuhl bequem gemacht und hier im Trockenen geschlafen.
Das hier ist übrigens meine neue Freundin:

 Eine ganz liebe Katze. Sie hat sich immer brav auf den Stuhl gelegt und geschlafen. :)

Ko-chan scheint sich wirklich wohl zu fühlen. :)

Ich nenne sie nun immer Ko-chan. Keine Sorge, meine liebe Familie, ich werde sie sicherlich nicht mit nach Deutschland bringen. ;) Sie schaut ja auch nur ab und zu hier im International House vorbei.


Am Sonntag war es auch noch am Morgen leicht stürmisch, doch am Nachmittag ging es. Da wehte nur noch ein leichter Wind hier und ab und zu nieselte es mal. Am Mittag haben Irene und ich uns wieder unser Mittagessen zusammen gekocht. Dieses Mal haben wir die Gôyâ verarbeitet und haben ein vegetarisches Gôyâ-Chanpuru gemacht, welches aus Gôyâ, Eiern und Tofu bestand. Ich muss wirklich sagen, dass mir persönlich diese Gôyâ zu bitter sind. Wir haben sie zwar schon mit Sojasoße gewürzt und sie vor dem Kochen mit Salz bestreut, damit der bittere Geschmack ein wenig nachlässt, doch mit persönlich ist das danach immer noch zu bitter. Als Nachtisch gab es aber eine leckere Drachenfrucht (auch Pitahaya genannt), die hier im Übrigen rotes Fruchtfleisch besitzen. Es gibt in Deutschland eigentlich nur die mit dem weißen Fruchtfleisch, weshalb Irene und ich auch ziemlich überrascht waren, als wir dieses rote Fruchtfleisch zum ersten Mal gesehen hatten. Wir haben dann aber im Internet herausgefunden, dass die Drachenfrüchte mit dem roten Fruchtfleisch seltener und intensiver im Geschmack sind, als die mit dem weißen Fruchtfleisch. Und das tollste daran ist: Wir bekommen diese Drachenfrüchte wirklich günstig hier, obgleich sie so selten sind! Wir werden uns sicher noch viele von diesen Drachenfrüchten kaufen. :)


 Unser Gôyâ-Chanpuru. Seeeeehr bitter. ;)

Und unser süüüßer Nachtisch: Drachenfrucht!

Während Irene dann über den Livestream im Internet Formel 1 geschaut hat, habe ich nun zum ersten Mal auf unserem Bügelbrett mit dem neuen Bügeleisen gebügelt. Es hat wunderbar geklappt, nur leider haben die hier nicht so große Bügelbretter, wie in Deutschland, und sie sind auch niedriger, weshalb man erstmal ein wenig überlegen muss, wie man nun am besten bügelt, aber es hat am Ende gut geklappt.
Nachdem Formal 1 zu Ende war, entschieden wir uns dazu, noch ein wenig einkaufen zu gehen (ja, ich Japan haben die Supermärkte auch sonntags geöffnet. Sehr praktisch, wie ich finde ^^). Im Supermarkt entdeckten wir dann wieder einige Dinge, die uns vorher noch gar nicht aufgefallen waren oder auch Sachen, nach denen wir gesucht hatten. Und am Abend konnten wir auch schon gleich einige unserer Einkäufe verspeisen. ^^


 Wir haben endlich Scheibenkäse als Belag für unser Brot gefunden! ^___^

 Japanische Milch.Schmeckt nahezu wie die in Deutschland. :)

 Unsere Standardausrüstung für das Frühstück und das Abendessen: Kakaopulver, Mamelade, Brot und Erdnusscreme (keine ErdnussBUTTER, hier ist das eine Creme ^^).

 Unsere tolle Erdnusscreme. Die Konsistenz unterscheidet sich von der in Deutschland. Hier ist es eine Mischung aus Gelée und Creme. Die Konsistenz ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber die Creme an sich schmeckt unglaublich gut!

 Das ist eine Art Backfisch. Es sind panierte Fischfilets, die man nochmal warm machen oder sie kalt essen kann. Sehr lecker. :)

Da fällt mir übrigens auch noch eine Geschichte ein, die ich noch gar nicht hier auf dem Blog geschrieben habe. Es war am zweiten oder dritten Tag, als wir hier auf Okinawa ankamen. Die Geschichte ist also schon etwas älter, aber ich muss immer noch grinsen, wenn ich daran denke.
Als Irene und ich einmal im Supermarkt waren, schaute uns so ein kleines Mädchen mit riesigen Augen an und als ich sie irgendwann auch mal angeschaut habe, meinte sie nur mit ihrer kindlichen Stimme zu mir: „Koko wa Japan!“ („Japan“ bitte Englisch aussprechen). Übersetzt heißt das: „Hier ist Japan.“ Sie wies mich also ganz lieb darauf hin, in welchem Land ich mich befände, da wir ja nun einmal nicht wie typische Japaner aussahen und sie sich anscheinend gewundert hat, was wir denn da machen würden. Außerdem wollte sie dann noch wissen, woher wir kommen und was wir hier machen würden.
Ein wirklich putziges Mädchen. :) War schon sehr süß, wie sie so mit riesigen Augen vor einem stand und einem erstmal darauf hinwies, in welchem Land man denn wäre.

Und zum Schluss noch ein paar Dinge, die ich euch gerne zeigen würde. :)

Ein Eis, welches wir uns im Drogeriemarkt gekauft haben. Es war eine Art Sorbet mit Geschmack (Irene hatte Melonengeschmack und ich Erdbeergeschmack). In diesem Sorbet gab es dann einzelne Milchschaumtüpfelchen. Sehr lecker und erfrischen. :)

Eine Bäckerei namens "Märchen". Die Bäckerei findet man im großen Einkaufscenter von Nishihara. Die Japaner mussten lachen, als wir ihnen erklärt haben, dass es sich um ein deutsches Wort handelt und was es bedeutet. ^^

Schau mal, Reimund! Es gibt hier zwar keine richtigen Brezeln, aber dafür Keks-Brezeln! Süß, gell? :)

Und hier Mini-Kekse mit grünem Tee-Geschmack und Schokostückchen drin. Yummy!

Und hier ein Bild von einem Waschpulver hier. Das sieht doch aus, wie der Bär von Kuschelweich, nicht wahr? Den haben sie uns geklaut! ;)

So, das war's dann auch erstmal wieder. Ich bin schon sehr gespannt, wie die nächste Uniwoche hier wird. Darüber werde ich dann im nächsten Eintrag berichten. ^^o

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