Sonntag, 4. Mai 2014

Naha-Hârî

Das letzte Wochenende (26.04/27.04) war ziemlich ruhig und ich konnte mir zwei gemütliche Tage machen, bevor am Montag wieder die Uni begann. Am Dienstag jedoch hatten wir bereits wieder einen freien Tag, da der 29.04 ein Feiertag ist. Es handelt sich hierbei um den sogenannten „Shôwa-Tag“, an dem man dem Kaiser Hirohito aus der Shôwa-Zeit (1926-1989) gedenkt. Seine Regierungsperiode war die längste bisher in der japanischen Geschichte und seine Regierung stand unter der Devise des Friedens, was ihn so bedeutend gemacht hat.
Diesen freien Tag haben ein paar neue Studenten aus meiner Klasse und aus anderen Klassen genutzt, um zum Einkaufszentrum in Nishihara zu gehen, da die neuen Studenten dort noch nicht gewesen waren und sie unbedingt einmal hingehen wollten. Also machten wir uns am Dienstag bereits um 9 Uhr morgens auf den Weg zum Einkaufszentrum, um uns dort ein wenig umzuschauen. Die neuen Studenten (Kouhai) waren ganz begeistert von dem Einkaufszentrum und so hat sich der Ausflug auf jeden Fall gelohnt. ^^ Gegen 13 Uhr sind wir dann aber bereits wieder zum International House zurückgekehrt, da ein paar der Leute mit anderen Freunden zusammen kochen wollten, und so entschieden wir uns dazu, nicht im Einkaufszentrum zu Mittag zu essen. Auf diese Weise konnte ich am Dienstag auch noch ein bisschen entspannen und ein wenig Sanshin üben. :)

 Hier eine kleine Süßigkeit, die ich am Wochenende verspeist habe. Es ist ein pfannenkuchenähnliches Gebäck gefüllt mit roter Bohnenpaste und Mochi. Das, was da vorne draufsteht, ist übrigens ein Wortspiel. Dort steht: "Oishîsâ". Oishî bedeutet im Japanischen "Lecker" und shîsâ sind die okinawanischen löwenähnlichen Statuen, die man überall sieht und die Glück bringen. Man hat in dem Wort also beide Worte enthalten. Zudem ist auf der Süßigkeit auch ein shîsâ abgebildet. Außerdem kann man das ganze auch als okinawanischen Dialekt sehen, da die Okinawaner gerne an sämtliche Wörter die Endung "sa" hängen. Sie hat keinen Sinn, aber sie wird gerne verwendet. So mit kann es mit dieser okinawanischen Endung ebenfalls "Lecker" heißen. ^^

 Hier sieht man den shîsâ. Süß, oder? :)

 Dieses Getränk habe ich bei einem meiner letzten Einkäufe entdeckt: Zitronengrasgeschmack und mit Basilikumkernen. An sich eigentlich lecker, aber um die Kerne ist soetwas wie Gelatine, sodass die Konsistenz ein wenig komisch ist. ^^"

 Dies ist eine Zeitschrift, in der Stellenangebote stehen. Nein, keine Sorge, ich will mir hier keinen Job suchen! ^^" Aber das Mädels auf dem Cover ist Ayako! Mit ihr habe ich mich schon öfter getroffen und sie war ein Jahr in Deutschland, um genau zu sein in Bremen. Und wenn schonmal jemand, den man kennt, auf einem Titelblatt ist, muss man sich die Zeitschritt doch auch holen. ^^

 Und hier unsere kleine Gruppe, die zum Einkaufszentrum gelaufen ist: Hinten: Hani (Koreanerin), vorne von links nach rechts: Shu (Chinesin), Reika (Chinesin) und meine Wenigkeit. :)

 Seht mal, was ich in Japan gefunden habe! Gartenzwerge! XD

Und das habe ich aus der Bäckerei mitgenommen. Da ja bald Kindertag ist und überall die Fischwimpel hängen, gab es nun auch Gebäck in dieser Fischform. ^^ Gefüllt mit Vanillecreme.


Mittwochabend kam dann die langersehnte Dokumentation über unseren Sanshin-Lehrer Kouta im Fernseh und so saßen wir um 18 Uhr mit fünf Leuten in der Lobby des International Houses und haben uns die Dokumentation angesehen. Sie war wirklich toll! Und das Beste war: Sie haben nichts von dem Interview mit mir gezeigt! Meine Gebete wurden also erhört!

(´´)*:・゚

Jippiiiiieh! Man hat nur eine Szene gesehen, in der ich mit Kouta zusammen etwas spiele, aber mehr auch nicht! Gott sei Dank! Aber anscheinend haben die sehr viele Dinge nicht gezeigt, denn Kouta hat uns erzählt, dass die Leute vom Fernseh auch ein langes Interview mit seinem Chef auf seiner Arbeit geführt haben, aber von diesem Interview kam auch gar nichts in der Dokumentation vor. Dennoch war die Dokumentation wohl ein voller Erfolg, denn sogleich danach bekam Kouta Nachrichten bei facebook oder auf sein Handy, weil Leute im Internet nach ihm gesucht haben und interessiert daran sind, bei ihm Sanshin zu lernen! Das ist echt toll und das freut mich sehr für ihn! ^o^
Anschließend hatten wir ja wieder unseren Sanshin-Kurs und es waren einige neue Leute dabei und so lag es auch oft an uns Senpais, den neuen Leuten zu zeigen, wie man Sanshin spielt. Es macht viel Spaß, es den Leuten zu zeigen und zu sehen, dass sie ebenfalls Spaß haben. :)

Freitagabend fand dann hier im International House die Willkommensparty für die neuen Austauschstudenten statt, doch da ich Freitagsabends ja nun immer Fußball spiele, bin ich nicht hingegangen. Zumal die Musik bei diesen Partys auch immer so laut ist, dass man sich nicht vernünftig unterhalten kann. Und nach dem Fußball hatte ich dann auch keine Lust mehr zur Party zu gehen. Deshalb hab ich mir danach einfach noch einen gemütlichen Abend gemacht, auch wenn die Party an sich noch bis ungefähr halb drei nachts ging und man deshalb kaum schlafen konnte. Aber da ja Wochenende war, war es ja nicht so schlimm.

Samstag wurde ich dann spontan von Irene eingeladen, mit zum sogenannten hârî-Fest nach Naha zu fahren. Dieses Fest findet innerhalb der Golden Week (eine Woche, in der es viele Feiertage gibt. Da die Japaner selten mehrere aneinandergereihte Feiertage haben, gibt es diese spezielle Woche, wo die Japaner lange frei haben) drei Tage lang an einem Hafen in Naha statt und Teams  fahren mit einem hârî (ein Drachenboot, welches vor ungefähr 600 Jahren aus China übernommen worden war) auf dem Meer und veranstalten ein Wettrennen. Diese Drachenboote sehen aus wie übergroße Kanus und sie werden ebenso mit Rudern vorwärts bewegt. Im Hafen treten dann immer drei Teams in Drachenbooten gegeneinander an und sie müssen eine gewisse Strecke rudern, danach um eine Boje wenden und wieder zurückrudern. Neben dieser Attraktion gibt es noch ganz viele Essenstände, Spielzeugzelte, kleine Attraktionen wie ein Karussell für Kinder, und eine große Bühne, auf der ein Programm mit Musik und Tanz stattfindet. Es sieht also ähnlich wie auf einer Kirmes aus.
Irene, Eban (Taiwanese), Tim (Taiwanese) und ich sind dann gegen halb eins Richtung Naha gefahren, um dann aber erstmal zu Mittag zu essen, bevor es zum Festival ging. Dafür fuhren wir dann mit dem Auto (Eban hat ein Auto) zu einem Curry-Geschäft, in dem es wirklich sehr leckerer Currygerichte gibt. In diesem Geschäft gibt es übrigens auch Regale mit Manga, die man sich nehmen kann, um etwas zu lesen. Fast so, wie in einem Manga-Café. ^^


 Hier das Curry-Haus: Es heißt auch CoCo! ^o^ CoCo-Curry! Ahahaha!

 Und das war mein Mittagessen: Reis mit Currysoße und Spinat darin. Sehr lecker! ^^

Und hier die Mangaecke!


Wir vertrieben uns dort ein wenig die Zeit, ehe es dann aber zum Festival ging. Wir musste noch ein Stück zu Fuß laufen, da wir auf einem kostenfreien Parkplatz in der Nähe von Ebans Arbeitsplatz geparkt hatten, aber das war nicht schlimm, denn so hatten wir einen netten Verdauungsspaziergang. Da wir uns nicht ganz sicher waren, wo genau wir schließlich hingehen mussten, haben wir einen Japaner gefragt und da dieser auch auf dem Weg zum Festival war, hat er uns angeboten, zusammen dorthin zu gehen. Außerdem haben wir erfahren, dass er ebenfalls bei dem Wettkampf mitmacht und später fleißig rudern wird. Er gehörte zum Team „Orion Bîru“ (Orion Bier).

 Dieses übergroße Weinglas haben wir auf einem Haus gesehen. Sieht schon lustig aus.

 Ein Eindruck von Naha und einer großen Hauptstraße. ^^

 Hier sieht man ganz viele Fischfahnen. :)

Diese Statue haben wir auf dem Weg gesehen, doch wir wissen leider nicht, wer das sein soll und weshalb die Statue dort steht.

Am Veranstaltungsort angekommen sahen wir uns erst ein wenig um, ehe wir schließlich zum Kai gingen, um uns von dort aus ein paar Wettkämpfe anzusehen. Anschließend haben wir noch ein paar andere Leute unserer Uni getroffen und uns ein wenig mit ihnen unterhalten. Außerdem wollten Irene und ich uns ein erfrischendes kakigôri (geschabtes Eis mit Sirup) holen. Als wir uns für die Geschmacksrichtung entschieden hatten, wollten wir uns also an irgendeinem der vielen Stände, die so ein Eis verkaufen, ein Eis holen, doch es gab dabei eine Überraschung. Denn nachdem ich meine Bestellung aufgegeben hatte, konnten wir zusehen, wie das Eis geschabt wurde und irgendwie hörte die Maschine gar nicht mehr auf, diesen riesigen Eisblock zu schaben. Das Eis wurde immer größer und größer! Als Irene und ich schließlich das Resultat sahen, haben wir beide uns nur angeguckt und waren uns schnell einig, dass wir doch nur ein Eis nehmen und es uns teilen. So ein großes Eis habe ich wirklich noch nie gesehen und keiner von uns beiden hätte damit gerechnet, dass das Eis an diesem Stand SO groß ist! Normalerweise bekommt man ungefähr 1/3 dieser Menge, weshalb wir wirklich erstaunt waren!
Anschließend sahen wir uns noch ein paar weitere Wettkämpfe an und waren auch rechtzeitig vor Ort, als das Team unserer Uni an der Reihe war. Und wie erwartet hat das Team unserer Uni mit einem großen Abstand souverän gewonnen! ^o^

 Das ist der Hafen. Überall standen riesige Container. ^^

 Und hier beginnt das Festival. ^^

Weil es so warm war, bekam jeder einen Fächer in die Hände gedrückt. Mit Werbung für das Festival. 

 Und so sehen die Essensstände aus. :) Sieht alles sehr lecker aus!

 So werden die Getränke gekühlt. ^^

 Da viele Leute davor stehen, sieht man es nicht so gut, aber dort ist eines der Drachenboote ausgestellt. :)

 Hier der Bug des Bootes mit einem Drachenkopf. ^^

 Und so sieht es dann von innen aus. ^^

 Es gab sogar einen Dönerstand! 

 Aus diesen Becken können die Kinder kleine Goldfische angeln. ^^


 Die Kinder konnten auch mit diesen süßen Autos Rennen fahren. ^^

 So sieht es dann im Hafen aus, wenn die Drachenboote dort fahren.

 Und das ist der Hafen ohne Drachenboote. ^^

 Ein riesiges Schiff, welches am anderen Ende des Hafens vor Anker lag.

 Die Menschen standen alle an dieser Absperrung und sahen sich so die Wettkämpfe an. 

 Und da gehts hinaus aufs offene Meer. ^^

 Große Fische, die im Wind wehen.

 Und hier die große Bühne in der Mitte des Platzes.

 Und diese Kinderattraktion haben die Japaner auch! Das gibts ja auch in Deutschland auf jeder Kirmes. ^^

Und hier sind Irene und ich mit unserem Monstereis! Ahahaha! Als ein Mann uns gesehen hat, hat der nur ganz große Augen gemacht und als ich ihm gesagt habe, dass wir das zu zweit essen, musste er lachen. ^^"

 Hier drei der Drachenboote, die gegeneinander antreten.

 Ein Mann vorne gibt mit einer Trommel immer den Takt an, in dem die Ruderer rudern. ^^

 Diese Scharr von Mädels bejubelte ihr Team lautstark, als es vom Wettkampf wieder zurückkam. ^^

 Wofür diese Trommel gut war, weiß ich leider nicht. ^^"

 Manche Leute saßen auch direkt am Kai und ließen die Beine baumeln, während sie sich die Rennen angesehen haben.

 Dieser Mann war von der Zeitung "Okinawa Times". Das Maskottchen ist wirklich seltsam... wir haben gerätselt, was es eigentlich sein soll: Hund? Kämguru? Fuchs? Wer weiß?! ^^"

 Hier die drei Teams, die gegeneinander angetreten sind, als sie wieder auf dem Rückweg waren.

 Und hier der Gewinner: Orion Bîru! (Orion Bier)

 Und noch einmal von etwas näher.

 Der zweite Platz ging an: Okinawa Terebi (Okinawanisches Fernseh).

 Und der dritte Platz bekam: Okinawa Shinpo (Okinawanische Zeitung).

 Und das waren die Moderatoren der Veranstaltung.

 Hier die Sieger: Ruderer des Teams "Orion Bîru".

 Ein Team von jungen Leuten, die einen der nächsten Wettkämpfe bestritten haben. 

 Und hier das Team unserer Uni: Ryûdai-Team!

 Hier sieht man das ganze Boot. ^^

Mitglieder des Teams unserer Uni mit hübscher Kleidung. ^^

Später begaben wir uns noch ein wenig zur Bühne, da dort gerade einige Instrumente angeschlossen wurden und wir dachten, wir könnten jetzt noch in den Genuss eines Konzertes kommen. War wohl eine Fehlanzeige, denn sie haben fast eine Stunde benötigt, um alles aufzubauen und den Soundcheck zu machen und als wir dann dachten, es würde endlich losgehen, verschwanden die Musiker wieder von der Bühne. Ich frage mich bis jetzt, wann die die eigentliche Show geben wollten…

 Diese Lampions waren extra für die Veranstaltung, denn der Name des Festivals steht dort drauf.

 Hier die Vorbereitungen für die kommende Band.

 Links sieht man den Sänger, der auch Sanshin spielt. Rechts der Bassist der Band.

 Und nochmal der Sänger mit Sanshin. 

 Hier der Bassist.

 Und zum Schluss der Gitarrist mit cooler Sonnenbrille. ^^

 Dieser kleine Junge hat sich mit einem okinawanischen Helden fotografieren lassen. Leider hat der Junge auf dem Bild die Augen zu.

 Und Eban wollte auch ein Bild mit dem Superhelden machen. ^^

 Auf dem Rückweg haben wir dann noch einmal die Fischwimpel gesehen. ^^

 Ich finde diese Bauweise der Häuser unglaublich praktisch. Die Wohnungen beginnen erst ab der 2.Etag (in Europa die 1.Etage) und unten hat man Parkplätze für die Autos. ^^

Hier scheint es sich wohl um Firmenwagen zu handeln, denn man sieht selten 4 gleiche Autos in einer Reihe. ^^"

Danach haben wir uns dann langsam auf den Rückweg gemacht, um den Abend noch in Ruhe ausklingen zu lassen. Es war wirklich ein schönes Erlebnis und da das Wetter auch traumhaft war, hat es richtig Spaß gemacht, auf dem Festival herumzulaufen und den Wettkämpfen auf dem Meer zuzusehen. :) 

 Am Abend hat mir Ko-chan dann noch Gesellschaft geleistet. ^^

 Ko-chan schmust auch mittlerweile mit mir und schnurrt! (‐^▽^‐)

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