Ein sehr
überraschendes Ereignis fand vor rund einem Monat statt. Als ich an einem
Samstagmorgen ein paar Einkäufe erledigte, sprach mich doch tatsächlich eine
fremde Frau an und fragte, ob ich nicht diejenige wäre, die beim Redewettbewerb
der Präfektur Okinawa teilgenommen habe. Als ich ihr bestätigte, dass dies so
wäre, erzählte sie mir sogleich, dass sie dort gewesen war und dass sie sich an
mich erinnere. Sie gratulierte mir sogleich zu meinem zweiten Platz und
erklärte mir dann, dass sie eine Lehrerin an einer Sprachschule sei, die ganz
in der Nähe der Rykukyu-Universität liege. Sofort drückte sie mir dann ihre Visitenkarte
in die Hand und fragte mich, ob ich nicht Interesse daran hätte, an dieser
Schule Deutsch zu unterrichten. Ich war völlig überrascht, aber da ich ja auch
nicht mehr lange hier auf Okinawa bin und ich auch noch nie Deutsch
unterrichtet habe, habe ich höflich abgelehnt, aber die nette Frau bestand
darauf, dass ich doch jederzeit einmal zu Besuch an die Schule kommen könnte,
um mir einfach mal alles anzusehen.
Ich war wirklich
erstaunt, als mich diese Frau angesprochen hat und es wirklich ein komisches
Gefühl, wenn einem plötzliche wildfremde Leute ansprechen, die einen aber durch
so einen Redewettbewerb kennen. ^^“ Dennoch habe ich mich natürlich riesig
darüber gefreut, dass ich scheinbar jemandem in Erinnerung geblieben bin! ^///^
Zum anderen möchte ich
noch ein wenig von meinem Unterricht bei Frau Ashihara erzählen. Dieser
Unterricht ist eigentlich für Japaner und es geht darum, wie man Japanisch
unterrichtet. In diesem Kurs sind sehr viele Leute und unserer Lehrerin kann
sich auch nicht alle Namen merken. Allerdings sind 3 Leute aus ihrem
Japanisch-Kurs dabei: Mukin (China), Yoga (Indonesien) und ich! Wir sind dann im
Unterricht sozusagen immer die Versuchskaninchen und müssen dann für Fragen
herhalten. Außerdem scheinen die Japaner sehr daran interessiert zu sein, uns
auszuquetschen, was für uns Ausländer besonders schwierig an der japanischen
Sprache ist. Allerdings glaube ich, dass der Hauptgrund ein anderer ist, warum
Frau Ashihara uns drei immer die Fragen beantworten lässt und die Japaner sich
zurücklehnen können: Wir sind die einzigen, deren Namen sie kennt! Ahahahaha!
Aber ich muss sagen, dass es wirklich Spaß macht und die Japaner sind auch alle
sehr nett und vor allen Dingen hilfsbereit. Da Frau Ashihara wirklich schnell
redet und in unserem Arbeitsheft sehr viele Fachbegriffe stehen, machen die
Japaner sich öfter Sorgen um uns und helfen uns, wo sie nur können. Das ist
wirklich sehr lieb und es macht richtig Spaß. Der Unterricht ist auf jeden Fall
eine Herausforderung, da er anders ist, als die Kurse, die an uns
Austauschstudenten gerichtet sind, aber ich denke, so eine Herausforderung ist
auch sehr interessant und da Frau Ashihara ja auch unsere Lehrerin in Japanisch
ist und sie unglaublich lieb ist, klappt alles sehr gut. :) Ich bin schon sehr
gespannt, wie die nächsten Wochen werden.
Dann noch ein kleiner
Nachtrag zu meinem Treffen mit der Japanerin Risa vor ein paar Wochen. Wir
waren gemeinsam in einem okonomiyaki-Restaurant
und konnten dort unser Essen selber auf einer Platte, die im Tisch eingebaut
ist, braten. Risa war so nett und hat mir davon zwei Fotos geschickt, die sie
mit ihrem Handy gemacht hat. ^^
Hier verrühre ich gerade die Zutaten miteinander, sodass ein schöner Teig entsteht. :)
Und hier bruzzelt unser Essen gerade auf der Eisenplatte.
Wie bereits im letzten
Blogeintrag erwähnt, hat sei Anfang Mai die Regenzeit hier begonnen und das
Wetter ändert sich wirklich sehr schnell hier momentan. Manchmal hat man
wunderschöne, sonnige Tage dabei, doch manchmal ist alles nur grau in grau und
der Himmel ist regenverhangen. Und so ein typischer Regentag sieht dann so aus:
Ein Blick von meinem Balkon aus.
Und einmal in die andere Richtung.
Solche Tage versüßt
man sich dann am besten mit kleinen Leckereien und schönen Filmen und Musik,
die man bei „BookOff“ gefunden hat. ^^
Süße Kaugummis in Form eines Mario-Gesichtes. ^^
Ein leckerer, kleiner Obstsalat.
Ist der Picker nicht süß? ^___^
Meine neue CD von der Band "ONE OK ROCK".
Und drei neue Filme: der sechste Teil von Harry Potter, ein One Piece-Film und der Film "Mitten ins Herz". ^^
Dies sind japanische Süßigkeiten namens karintou. Das ist Reisgebäck mit braunem Zucker. :) Saki hat sie mir geschenkt, da sie zuletzt auf Reisen war und sie hat mir sie mitgebracht. ^^
Das ist ein Kuchen, den man oft in Nagasaki bekommt. Yayun hat ihn mit als Geschenk mitgebracht, als sie zuletzt auf Reisen war. :)
Am Mittwoch (21.05)
haben wir dann mit allen Kursteilnehmern des Unterrichts über Okinawa einen
Ausflug ins nationale Museum von Okinawa gemacht. An diesem Tag hatten wir
wirklich unglaublich schönes Wetter. Mit zwei Bussen sind wir nach Naha zum
Museum gefahren.
Das Museum beschäftigt
sich mit allem rund um Okinawa: Geschichte, Kunst, Kultur, Flora und Fauna,
Tierwelt, Musik, etc. Da wir sehr viele Leute in dem Kurs sind, haben wir uns
in zwei Gruppen aufgeteilt. Ich war zuerst in der Gruppe, die mithilfe von
Bändern eine kleine habu (Giftschlange,
die hier auf Okinawa lebt) gebastelt hat. Dies ist ein Spielzeug, welches man
auch oft auf der kokusaidoori kaufen
kann. Denn steckt man den Finger in die Öffnung (das Maul), kann man den Finger
erstmal nicht so einfach wieder hinausziehen, so, als hätte die Schlange
zugebissen. Man muss den Finger dann ein wenig drehen und ihn vorsichtig
rausziehen. Mithilfe einer netten Frau, die uns alles erklärt hat, haben wir
dann selber so ein kleines Spielzeug gebastelt. Das war wirklich lustig, auch
wenn es am Anfang ein wenig schwierig war, aber wenn man einmal den Dreh raus
hatte, hat es richtig Spaß gemacht. :)
Das war vor der Abfahrt. Hier sieht man Ri (Malaysia) mit seinem süßen Handy! ^^
Während unserer Fahrt Richtung Museum. ^^
Angekommen! Das graue Gebäude ist übrigens das Museum. Es erinnert mich mehr an einen Bunker aus einem Krieg. Schön ist es von außen jedenfalls nicht.
Ein typisches Zimmer der Wohnung, die es früher auf Okinawa gab und es heute auch noch vereinzelt gibt.
Was hier gemacht wurde, weiß ich nicht so ganz genau. Dazu haben wir leider keine Infos erhalten, aber es sieht auch, als würde es in der Mitte eine Feuerstelle geben.
Der Beweis: Wir waren im Museum. ^^
Das ist die Anleitung für das Basteln einer habu.
Hier die ersten Schritte.
Man benötigt insgesamt vier Stränge und diese werden nachher so miteinander verbunden.
Und dann wird alles in eine runde Form gebracht und miteinander verflechtet.
Fast fertig!
Links sieht man die nette Frau, die uns alles erklärt und uns geholfen hat.
Alle basteln fleißig an ihrer habu.
Meine fertige habu! ^___^
Und hier Mukin (China) mit ihrer habu. ^^
Ein Bild, was meine Lehrerin gemacht hat. Hier bin ich mit meiner fertigen habu.
Im Museum selber durfte
man leider keine Fotos machen, sodass ich mich auf einen Raum vor dem Eingang
beschränken musste, in dem es Ausstellungsstücke gibt, die man anfassen darf.
In diesem Raum kann man dann diverse Kleidung anprobieren, Kunststücke
bewundern und anfassen oder kleine Spiele spielen. Dort haben sich dann nachher
auch viele von uns aufgehalten und wir haben uns ein wenig die Zeit vertrieben.
:)
Das Museum an sich war
aber auch sehr interessant. Es gab sehr viele schöne Ausstellungsstücke und
interessante Infos zu diesen. Da wir allerdings nicht so viel Zeit hatten und
wir ja noch unseren Fragebogen ausfüllen mussten, haben Shen (Taiwan) und ich uns
darauf beschränkt, unsere Aufgaben zu erledigen und danach noch ein bisschen
Freizeit zu haben und uns mit den anderen diesen Raum angesehen, in dem man die
Ausstellungsstücke berühren durfte. Da der Eintritt auch nicht so teuer ist,
wollen wir irgendwann noch einmal zum Museum und uns dann in Ruhe alles
ansehen, ohne Zeitdruck. Ich finde es wirklich toll, dass wir so viele Ausflüge
von der Uni aus machen, aber leider hat man bei soetwas auch immer einen
gewissen Zeitdruck und man kann sich nicht immer alles ansehen. Aber der
Vorteil ist: Wir lernen immer sehr viel von unserer Lehrerinnen, die uns viel
erklären. ^^
Das war unser Fragenbogen mit einigem Infomaterial.
Und hier der Raum, in dem wir alles ausprobieren durften. ^^
Es waren auch ganz viele Kinder dort. ^^
Hier spielt Taegun (Korea) gerade mit einem kleinen Kind "Ballwerfen". ^^
Es gab auch Sanshin! Unji hat sich sofort eine geschnappt und ein wenig gespielt. :)
Hüte, die man sich aufziehen konnte.
Alle betrachten neugierig die verschienen Instrumente.
Hier sieht man ein paar Tongefäße und andere Kunstwerke.
Das Skelett eines Vogels.
Hier sieht man das Skelett und einen Vogel. Bin mir nicht sicher, ob das Skelett von solch einem Vogel stammt, denn der hier ausgestopfte Vogel ist eigentlich zu klein dafür...
Timmi und Thomas versuchen gerade eine Mauer mit Bauklätzen zu rekonstruieren.
Taegun (Korea) wurde schließlich fein eingekleidet. :) Soetwas hat damals der König getragen.
Außer habu kann man auch noch andere Tiere mit dieser Flechttechnik basteln.
Laura (Frankreich) wurde als Königin eingekleidet. :)
Yilin (Taiwan) balanciert mit Kugeln. :)
Ein paar Muscheln, die man betrachten konnte.
Schlichte, aber schöne Schüsseln.
Ein Bild von einem Drachen. Der Drache besteht übrigens aus Muscheln. ^^
Und hier ein paar Vasen. ^^
Laura (Frankreich) mit der Sanshin. ^^
Mukin (China) versucht es ebenfalls.
Das Bild hat meine Lehrerin gemacht. Hier haben Mukin und ich zusammen gespielt. Es war übrigens sehr interessant, denn als ich mir am Anfang eine Sanshin geschnappt und ein wenig darauf gespielt habe (ein traditionelles Lied von Okinawa) haben die japanischen Frauen im Raum, die auf die Kinder aufgepasst haben, sofort angefangen zu singen. ^___^ Das Lied kennt wirklich jeder! Es wird im okinawanischen Dialekt gesunden und heißt "Tinsagu nu hana". War ein cooles Gefühl, einfach ein bisschen auf der Sanshin zu spielen und schon singen gleich alle mit! Ahahaha!
Timmi (Australien) mit einem der Hüte. ^^
Hier der Eingang zum Museumsbereich. Auf dem Boden sind Glastplatten und darunter sieht man Muscheln und Fische (letztere sind aber nicht echt).
Ein hübsches Foto von Shen (Taiwan). ^^
Und hier Carine (Frankreich).
Claudia (Spanien) zieht eine Grimasse. ^^
Mukin (China) und Yumeji (Spanien) ganz cool vor dem Eingang. ^^
Hier nochmal ein Foto von dem Vorhof des Museums.
Das ist der Eingang zum "Bunker". ^^"
Hier ein traditionelles Haus aus Holz. ^^
Das waren unsere beiden Busse, mit denen wir gefahren sind.
Laura (Frankreich) saß im anderen Bus und ich hab ein Foto von ihr gemacht. ^^
Und zum Schluss ein Gruppenfoto! Na, wo bin ich? ;)
Der Ausflug ins Museum
war auf jeden Fall sehr interessant! Im Bus haben wir dann mit unseren
Lehrerinnen die Lösungen unserer Aufgaben kontrolliert und nachher durften wir
gegen unserer Lehrerin „Schnick-Schnack-Schnuck“ spielen und der Gewinner hat
dann ein kleines Geschenk erhalten. Find ich richtig süß, dass unserer
Lehrerinnen soetwas machen. Ich habe leider verloren, aber das ist nicht so
schlimm. Dafür habe ich nun meine selbstgebastelte habu. ^o^
Am Donnerstag (22.05)
haben wir dann im Unterricht „Allgemeine Informationen über Japan“ einiges über
Tuschmalerei gelernt und später durften wir uns dann selber daran versuchen.
Unsere Lehrerin Frau Keri hat uns dann einmal die Grundlagen gezeigt und danach
durften wir uns eine Vorlage aussuchen, die wir nachmalen wollten. Das war
ziemlich schwierig! Ich muss sagen, dass ich sowieso nicht gut darin bin, mit
einem Pinsel ein Bild auf Papier zu malen. Und so hatte ich auch bei dieser
Tuschmalerei meine Schwierigkeiten und ich hab es nicht so wirklich
hinbekommen. ^^“ Aber zumindest war es mal eine nette Erfahrung. Jetzt weiß
ich, WIE schwierig es ist. Definitiv nichts für mich. ^^ Zu unserem Leidwesen
werden die Bilder nun mit einem Foto von uns eine Woche lang auf dem Gang im
Unigebäude ausgehängt, sodass jeder unsere „Kunstwerke“ betrachten kann. *hust,
hust* Hoffentlich ist die Woche bald vorbei… ^^“ Ahahaha.
Hier die Vorbereitungen für die Tuschmalerei. Links den Bambus wollte ich dann nachzeichnen.
Ganz vorne sieht man meine Lehrerin. ^^
Links sieht man Jessica (Frankreich) und rechts Carine (Frankreich), die sich ihrer Malerei widmen. ^^
Und hier mein Ergebnis: Nicht gerade überzeugend. ^^" Zum Vergleich liegt das Original links daneben.
Da am Samstag (24.05)
sehr gutes Wetter war, bin ich dann nach längerer Zeit mal wieder mit Anna und
Shen zum Einkaufszentrum in Nishihara gegangen und wir haben uns dort einen
schönen Tag gemacht. Wir haben uns einfach ein wenig umgeschaut und ich habe in
dem Bereich, in dem ganz viele Spielmaschinen und Automaten stehen, mit Shen
auch einmal Mario-Kart gespielt! Gemeinsam haben wir dann auch am Nachmittag
etwas gegessen, ehe wir die letzten Einkäufe erledigten und dann später wieder
zum International House zurückfuhren.
Mein Essen: Nudelsuppe mit viel Gemüse! ^^ Und eine Melon-Soda zum Trinken! ^^
Und hier Shen (Taiwan)! ^^
Und Anna (Schweden)! ^^
Am International House sind wir dann dieser Streunerkatze begegnet, die ganz verschmust ist. Aber leider ärgert sie immer meine Ko-chan... ^^"
Das sind zwei Hefter, die ich mir gekauft habe. Sie sind von einer meiner Lieblingsserien: One Piece.
Und ich habe mir ein 300-teiliges Puzzle gekauft. Hier sieht man einen meiner Lieblingscharaktere aus der Serie. ^^
Am Montag steht
bereits der nächste Ausflug an: dieses Mal geht es zu einer Sake-Brauerei, die
in der Mitte Okinawas liegt, in der Stadt Kin. Bin schon gespannt, wie dieser
Ausflug wird. Davon werde ich dann in meinem nächsten Blogeintrag berichten. ^^o


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