Freitag, 7. März 2014

Das Dschungelcamp auf Okinawa

Nach meiner spannenden Reise nach Tokyo ging es am Montag gleich weiter mit einer weiteren kleinen Reise. Dieses Mal sollte es ins „Dschungelcamp“ gehen! So wird es jedenfalls vom deutschen Professor hier an der Uni liebevoll genannt. Allerdings hat es nichts mit dem gleichnamigen Fernsehprogramm zu tun. Die Idee die dahinter steckt ist nämlich eher sehr schön. Wir deutschen Studenten sind eingeladen worden, bei einem viertägigen „Seminar“ für alle Deutsch-lernenden-Japaner teilzunehmen. Und da die Anmeldezahl der japanischen Studenten auch sehr hoch war, konnte die deutsche Abteilung an der Uni Irene und mir dieses Seminar völlig kostenlos anbieten. Bei diesem sogenannten „Seminar“ geht es darum, dass die japanischen Studenten von morgens bis abends etwas über Deutschland lernen. Dies allerdings soll nicht in Form von ständigem ernstem Unterricht stattfinden, sondern es soll eine Mischung aus Lernen und Freizeitaktivitäten sein. Neben kleinen Vorträgen über Deutschland sollte dann auch deutsches Essen gekocht, deutsche spiele gespielt und deutsche Lieder gesungen werden. Als der deutsche Professor uns davon bereits im vergangenen Jahr erzählt hat, war ich schon neugierig auf diesen Ausflug und am Montag war nun endlich der Tag gekommen, an dem es ins Dschungelcamp gehen sollte.

Bevor es aber am Morgen um 9:45 Uhr losgehen sollte, gab es in der Nacht noch eine unerwartete Überraschung. Gegen 5 Uhr in der Nacht gab es nämlich ein recht heftiges Erdbeben hier auf Okinawa. Uns wurde ja gesagt, dass die stärksten Erdbeben hier auf Okinawa meistens so bei 3,x liegen, doch das Erdbeben in jener Nacht war mehr als das. Ich bin davon aufgewacht und alles wackelte und klirrte. Es ging aber dann auch wieder vorbei und es ist auch nichts passiert. Im Internet habe ich wenige Stunden später gelesen, dass das Erdbeben vor der Küste Okinawas entstanden sein soll, in einer Tiefe von 120 Kilometern. Die Stärke lag bei 6,6! Also ungefähr doppelt so stark wie normalerweise sonst die stärksten Erdbeben hier auf Okinawa sind. Das hat uns alle ganz schön überrascht, aber es ist niemandem etwas passiert, uns geht es allen gut. Da hab ich zuletzt noch gedacht: „In Tokyo hab ich überhaupt kein Erdbeben mitbekommen…“ und dann bekommt man hier auf Okinawa gleich die doppelte Ladung. ^^“ Nun ja, wenigstens hab ich nun auch einmal ein richtiges Erdbeben mitbekommen. Das reicht nun aber für die Erfahrung, mehr brauch ich nicht! ^^°

Nach den überraschenden Ereignissen in der Nacht ging es dann aber am Montagmorgen los ins Dschungelcamp. Ziel war der Ort namens „Oku no sansô“ (奥の山荘) Dieser Ort liegt ganz im Norden Okinawas, wo es wirklich NICHTS gibt. Es gibt nur Natur, sodass ich das totale Kontrastprogramm zu Tokyo erleben sollte.
Nachdem wir uns am Montag auf einem der Parkplätze der Uni versammelt hatten, wurde entschieden, wer mit wem in welchem Auto fährt. Ich bin zusammen mit der Japanerin namens Risa gefahren, die bis vor Kurzem ein Jahr in Düsseldorf studiert hat. Sie ist unglaublich nett und wir haben uns lange während der Fahrt unterhalten. Es war toll zu erfahren, dass es ihr in Deutschland gefallen hat und was sie dort so erlebt hat.
Am Mittag haben wir an einer Art größeren Raststätte mit anderen Japanerinnen eine Mittagspause eingelegt und etwas gegessen. Da wir einen Großteil der Zeit direkt an der Küste entlang gefahren sind, konnte ich auch ein paar schöne Bilder vom Meer machen. :) Nach dem Mittagessen ging es dann aber weiter. Risa und ich sollten allerdings noch ein paar Sachen für das Camp einkaufen, sodass wir noch in ein größeres Kaufhaus angefahren sind, um dort Brot, Eier und Milch zu kaufen. Danach aber ging es Richtung Camp, bei welchem wir schließlich um kurz vor 15 Uhr ankamen.
Laut google maps sind es zwar nur 114 km von der Uni bis zum Camp im Norden, doch da es auf Okinawa leider keine Autobahn gibt, ist man dann doch eine ganz schön lange Zeit unterwegs, vor allem wenn es auch noch einige Baustellen auf der Strecke gibt. Ich sag euch, 114 km nur mit 50 oder 60 km/h zu tuckern ist ganz schön ätzend… Zumindest dann, wenn man weiß, dass die Strecke eigentlich nicht so lang ist und man dennoch knapp 3 Stunden dafür benötigt. ^^“

 Dies war die Raststätte namens michi no eki (道の駅), an der wir zu Mittag gegessen haben.

 Hier sieht man die verschiedenen Läden, die es an dieser Raststätte gab. ^^

 Und hier ein Ausblick auf das Meer. :)

 Aus dieser Richtung sind wir gekommen. Wir sind sozusagen die ganze Küste entlang gefahren.

Das ist ein Ausschnitt von google Maps, wo ich einmal die Route eingegeben habe. Oben befindet sich das Ziel und am Ende der blauen Linie unten ist unsere Uni. Wir sind also fast einmal komplett über die Insel gefahren. :)


Endlich im Camp angekommen, bekamen wir gleich die ersten Informationen und schon eine erste Präsentation von unserem deutschen Professor namens Herr Weber. Sein Thema: „Deutschsprachige Regionen: Berlin/Brandenburg“. Es war ein interessanter Vortrag, bei dem wir auch zwei Lieder gehört haben, die über Berlin und Brandenburg erzählen. Ich habe sie auch auf youtube gefunden, sodass ihr sie euch auch mal anhören könnt. Für mich persönlich ist das Lied „Brandenburg“ wirklich genial. ^^ Das Lied „Ich steh auf Berlin“ finde ich dagegen nicht so toll.

 Dieser Stein steht als "Eingangsschild" vor dem Gebäude. :)

 Und das ist der Eingang des "Dschungelcamps". ^^

 Hier noch einmal von vorne. Über der Tür befindet sich erneute in Eingangsschild mit dem Namen oku no sansô.

 So sah das Gebäude von weiterer Entfernung aus.

 Neben dem rechten gelben Auto befindet sich ein zweiter Eingang. Rundherum ist nichts als Natur.

 Wenn es gutes Wetter gewesen wäre, hätten wir uns an diese Tische setzen können, um Spiele zu spielen oder etwas zu essen. Hier sieht man übrigens Rei, der an einem der Tische sitzt. ^^

 So sah der Platz vor dem Gebäude aus, wo man bei gutem Wetter Fußball oder andere Sportarten spielen kann. :)

 Überall wuchert es wild und man findet nichts als Natur rundherum. ^^

 Aber ein paar schöne Blumen sind auch zwischen den ganzen wildwachsenen Sträuchern und Bäumen. ^^

 Das war der lange Gang im Gebäude, von dem man aus alle Zimmer betreten kann.

 Wenn man in diese Richtung weitergeht, gelangt man zum Haupteingang des Gebäudes. Wofür diese niedliche Telefonzelle auf linken Seite gut war, weiß ich leider nicht. Ich bezweifel, dass man sie benutzen kann. ^^" Vielleicht war sie einfach nur Dekoration.

 Und so sahen unsere Zimmer aus. Ich habe mit drei anderen Mädels in diesem Raum geschlafen. Sieht aus, wie in einer Jugendherberge, nicht wahr? :)

 Das war das Bad der Mädchen.

 Hier die Duschkabinen.

 Die Toiletten. Unten am Bildrand sieht man auch die Toilettenschuhe, die man anziehen sollte, wenn man auf die Toilette geht. In Japan gibt es nämlich immer separate Schuhe, mit denen man zur Toilette geht. Und wenn man die vergisst auszuziehen, wenn man von der Toilette wiederkommt, weiß jeder, dass man auf der Toilette war! Aber ich denke, diese Regel ist auch nicht mehr so streng, denn einige der Mädels sind auch mit ihren normalen Schuhe in die Toilettenräume gegangen. ^^


Das ist die Küche, die recht groß und geräumig ist, sodass man mit einigen Leuten dort arbeiten kann. Auf diese Weise war das Kochen und der Abwasch im Anschluss immer relativ schnell erledigt.
Es wurde auch oft Tischtennis gespielt. Rechts in dem gelben Shirt sieht man Herr Weber, wie er Rechnungen durchgeht.

 So sah es aus, wenn man aus dem Fenster geschaut hat. Nur Bäume und Natur. ^^

Nachts wurde einige Motten vom Licht in den Räumen angezogen und sie blieben dann nahezu alle im Fliegengitter vor denTüren kleben. ^^"


 Das ist das Lied "Ich steh auf Berlin" von der Band "Ideal".

Und hier das Lied "Brandenburg" von Rainald Grebe.

Gegen 17 Uhr begannen wir dann jedoch langsam das Abendessen vorzubereiten. Denn es sollte ein Grillfest mit bayerischem Bier geben. Die Jungs machten sich also daran den Grill mit Kohle zu füllen und das Fleisch dann anschließend zu grillen. In der Zeit hatten wir alle einmal Gelegenheit, uns ein bisschen kennen zu lernen. Es wurde also viel geredet und erste Informationen wurden ausgetauscht. Die Japaner waren auch alle sehr begeistert vom bayerischen Bier und auch die Professoren hatten Geschmack daran. Es war schon süß zu sehen, wie sehr alle davon begeistert waren. ^^

 Hier wird fleißig vor dem Haupteingang gegrillt. :)

Zum Glück hatten wir an diesem Abend noch relativ gutes Wetter. Leider war es etwas windig, weshalb es ein paar Probleme mit dem Feuer im Grill gab, doch wir haben es einigermaßen geschafft, alles gut gar zu bekommen. :)

Alles in allem war es ein gemütlicher erster Abend, an dem man in aller Ruhe essen und reden konnte. Danach gab es jedoch noch ein paar „Kennenlern-Spiele“, die sich ein paar japanische Studenten ausgedacht hatten. Dabei sollte man sich dann ein wenig vorstellen, sodass man einander etwas besser kennen lernte. Auch das war sehr lustig, doch es waren leider zu viele Namen auf einmal, sodass man sich nicht alle merken konnte. ^^“
Nach den Spielen hatten wir dann Freizeit und konnten den Abend noch ruhig ausklingen lassen, bevor es dann später ins Bett ging.

Am nächsten Morgen musste ich bereits um halb sieben aufstehen, da ich in der ersten Gruppe war,, die für das Frühstück zuständig war. Vorbereitungen wurden ab 7 Uhr getroffen und Frühstück gab es um 8 Uhr. Also früh aus den Federn, sich im Bad fertig machen und an die Arbeit! Da aber alle fleißig mitgeholfen haben, konnten wir ein leckeres erstes Frühstück für alle zaubern. :) Es ist wirklich toll, wie alle mithelfen, damit man schnell alles getan hat. Soetwas habe ich persönlich in Deutschland noch selten erlebt.

 Das war unser Frühstücksbüffet. So ähnlich sah es jeden Morgen aus. :)

 Auf einem anderen Tisch wurden dann die Getränke gestellt. ^^

Nach dem Frühstück gab es dann verschiedenen Unterrichtsthemen, auf die die japanischen Studenten aufgeteilt wurden. Herr Yoshii erzählte etwas über Südtirol, da er dort eine Zeit lang gelebt hat. Frau Noma präsentierte etwas zu Mitteldeutschland, die Region Martin Luthers. Herr Kataoka beschäftigte sich mit dem Saarland und Irene, Izumi, Kana und ich stellten unsere Heimat in Deutschland, bzw. die Orte, an denen die beiden Japanerinnen ein Jahr verbracht hatten, vor. Dabei legten wir unseren Schwerpunkt auf Dialekte und so bekam ich auch die Chance, den paar Japanern in unserer Gruppe einmal „Schibbaner Platt“ beizubringen! Jetzt können sie zumindest schonmal „Lott jonn!“ sagen. Interessant war, dass Rei (ein Japaner, der bis vor Kurzem ein Jahr in Düsseldorf studiert hat) erzählt hat, dass es in der Nähe der Uni wohl eine Kneipe namens „Lott jonn“ geben soll. Er hat sich riesig gefreut, dass er nun weiß, was es bedeutet. Ahahahaha. Kana hat uns etwas über Hamburg erzählt, sodass die Japaner nun auch „Moin“ kennen. Izumi war ein Jahr in der Schweiz und so haben wir ein wenig Schweizerisch gelernt. Schokolade heißt dort übrigens „Schoggi“ und Küchenschrank heißt „Chuchichäschtli“. Der schönste Satz war jedoch: „Hät öppen öpper öppis gsäit?“. Die Übersetzung: „Hat vielleicht jemand etwas gesagt?“ Wir hatten in unserer Gruppe jedenfalls viel Spaß und ich denke, die Japaner fanden es auch lustig, ein paar Wörter aus dem Dialekt zu lernen. ^^

Nach diesem Vormittagsunterricht gab es dann aber erstmal Mittagessen. Herr Weber zauberte uns mit seinen fantastischen Kochkünsten an diesem Mittag ein Berliner Menü: „Berliner Currywurst mit selbst gemachtem Ketchup und Erbspüree und sauren Gurken, selbst gemachter Kartoffelsalat“. Es war wirklich köstlich und die Currywürste waren sehr schnell verspeist, da diese anscheinend sehr beliebt unter Japanern sind. :)

 Hier die leckere Berliner Currywurst mit selbstgemachtem Ketchup! ^^

 Und hier noch einmal alles beisammen: Currywurst, Kartoffelsalat, Erbspüree, saure Gurken und deutsches Brot! ^^

Nachdem wir wieder gesättigt waren, bekamen wir Besuch von einem anderen Lehrer hier auf Okinawa namens Herr Franke. Dieser Herr hat dann einen Vortrag über seine Heimat gehalten: „Bamberg, eine Stadt in Franken“. Als ich ihn vor dem Vortrag kennen gelernt habe, hatte er ein bisschen Angst, dass man seinen Akzent heraushört, doch meiner Meinung nach ist sein Akzent kaum zu hören, was ihn erleichtert hat. Herr Franke ist auch ein sehr angenehmer Zeitgenosse, mit dem man sich sehr gut unterhalten kann. Auch seine Präsentation war sehr interessant.
Es gab auch Gruppenarbeiten, in denen verschiedene Themen behandelt wurden: Mode, Bier, das alte Rathaus, Apfelküchle und Dom. Ich war in der Gruppe mit den „Apfelküchle“ und wir bekamen die Aufgabe, für alle Apfelküchle zu backen! Also ab in die Küche und los geht’s! Da das Rezept natürlich auf Deutsch war, habe ich übersetzt und so haben wir dann gemeinsam für alle Apfelküchle gebacken, was einiges an Zeit in Anspruch genommen hat. Nach rund zwei Stunden waren wir dann komplett fertig und alle Gruppenarbeiten wurden präsentiert. Wir verteilten unsere Apfelküchle mit Bierschaum und die „Bier-Gruppe“ verteilte auch Bier, damit jeder etwas probieren konnte.

 Wir haben uns beim Apfelküchle-Backen tapfer geschlagen, wie ich finde. :)

Und hier drei von fünf fertigen Tellern mit Apfelküchle. :)

Nach den Vorträgen war die Zeit bereits fortgeschritten und wir konnten das Abendessen zubereiten. Passend zum Thema gab es einen fränkischen Abend mit „Schweinebraten, Knödel und Kohlvaritionen“. Nun, zumindest war das der Plan. Da das Gas für die beiden Gasherde jedoch den Geist aufgegeben hatte, hatten wir leider nur eine Herdplatte, die mit einer kleinen Gasflasche betrieben wird, zur Verfügung. Aus diesem Grunde verzichteten wir auf die Knödel und aßen noch den restlichen Kartoffelsalat und das Erbspüree vom Mittagessen.

 Das Abendessen: Schweinebraten, Kohlsalat, Erbspürre und deutsches Brot. ^^

Am Nachmittag bekamen wir übrigens auch noch einen weiteren Besuch von einem Herrn namens Herr Kalman. Er ist ein Cellist und sollte am Abend für uns Cello spielen. Dies war dann auch der Fall und nach dem Abendessen bekamen wir ein kleines Konzert zu sehen. Herr Kalman kann wirklich fantastisch Cello spielen und wir bekamen schöne Lieder zu hören. Nach diesem kleinen Konzert hatten wir dann noch Freizeit und konnten den Abend genießen.

 Das war der Cellist. Er hat wirklich großartig gespielt. :)

Am Abend wurde dann noch Tischtennis gespielt. Rechts im gelben Shirt sieht man unseren deutschen Professor Herr Weber, der gerade Rechnungen durchgeht.

Am Mittwoch gab es dann wie bereits am Vortag um 8 Uhr Frühstück. Danach gab es eine Projektarbeit, für die wir in Gruppen eingeteilt wurden. Meine Gruppe bestand aus Kotono, Risa, Mamina, Yuta, Takuya und mir. Gemeinsam überlegten wir uns, über welches Thema wir ein Projekt erstellen wollten. Letztendlich entschieden wir uns dazu, ein Quiz über Deutschland zu machen. Dafür hatten wir dann den ganzen Tag Zeit. Zum Mittagessen gab es an diesem Tag ein schwäbisches Menü: „Frische Spätzle handgemacht mit Käse, Schinken und Schnittlauch“. Herr Weber hat selber den Teig für die Spätzle zubereitet und wir durften dann alle unsere eigenen Spätzle in den Topf geben. ^^ Es war unglaublich lecker und es hat vor allen Dingen auch Spaß gemacht. :)

 Hier sieht man, wie alle ihr Essen zubereiten. :)

 Auf diesem Bild sieht man, wie die Spätzle in den Topf gegeben werden. ^^

Und hier meine fertigen Spätzle mit Käse, Schinken und Schnittlauch. Sehr lecker! ^^

Am Nachmittag kamen dann zwei weitere Gäste zu uns (Herr Franke und Herr Kalman waren bereits am Morgen wieder abgereist): Jana und August. Diese beiden haben bereits in der Kansai-Region in Japan gelebt und auch ein Buch darüber geschrieben, von dem sie mir eine kleine Visitenkarte mit dem Namen gegeben haben. Jana hat am Nachmittag dann mit uns noch ein wenig gesungen und den Japanern ein paar deutsche Volkslieder präsentiert. Gemeinsam haben wir dann „Ach bittrer Winter“ und „Hejo, spann den Wagen an“ gesungen. Die Japaner haben sich wirklich tapfer mit den deutschen Texten geschlagen! Vor allem der Kanon (Hejo, spann den Wagen an) war wirklich gut gesungen! ^^

 Das sind die Liedtexte. :)

Nach der kleinen Gesangsstunde konnten wir dann aber unser Projekt weiter vorbereiten, da wir es am Abend vorstellen sollten. Gemeinsam erarbeiteten wir Fragen, Musterlösungen, Materialien für das Quiz und eine hübsche Präsentation. Die Japaner wollten auch gerne einen Lückentext mit der deutschen Nationalhymne machen und sie haben auch fleißig alles dafür rausgesucht und vorbereitet, um es mir dann zu geben, damit ich es in die Präsentation einarbeiten kann. Zum Glück habe ich das nochmal kontrolliert, denn die Japaner hatten unwissentlich die verbotene Strophe der Nationalhymne rausgesucht und wollten diese präsentieren. ^^“ Nachdem ich mich vom ersten Schock erholt hatte, habe ich denen dann erstmal erklärt, dass diese Strophe nicht mehr gesungen wird. Natürlich habe ich ihnen auch erklärt, warum dies so ist, und sie waren auch relativ überrascht. Die haben das einfach nicht gewusst und wohl im Internet einfach den Text zur Nationalhymne genommen, den sie gefunden haben. Dennoch war es erstmal ein kurzer Schock, als ich das gesehen habe. ^^“ Aber wenn man das nicht weiß, dann kann soetwas halt man passieren. War ja auch nicht weiter schlimm, denn ich hab dann den richtigen Text rausgesucht.

Am Abend gab es dann einen Schweizer Abend mit „Zürcher Geschnetzeltem, Rösti, Sauerkraut und Blattsalat“ und zum Nachtisch „Vanillepudding mit Schokosoße“ (es war übrigens Vanillepudding von Doktor Oetker, den ein Bekannter von Herr Weber nach Japan geschickt hat). Sehr lecker! ^^ Und mit diesem tollen Essen waren wir dann auch gestärkt für unsere Präsentationen im Anschluss.
Beim Abendessen habe ich mich noch mit Jana und August unterhalten und sehr interessante Dinge erfahren. Die beiden sind wirklich sehr nett und ich wurde auch von Jana gefragt, ob ich denn wirklich Deutsche sei, da mein Deutsch so weich wäre. ^^“ Ist mir selber noch nie aufgefallen. Aber schön zu hören, dass es scheinbar nicht so hart ist, wie manche Ausländer das Deutsche normalerweise empfinden. :)

 Und hier Herr Weber in der Küche. :) Unser Kochmeister!

 Das ist der Salat, den man schön mit Eiern dekoriert hat. :)

 Izumi und ich haben die Rösti gebraten. ^^ Leider auf dem Flur, da in der Küche der Strom weggegangen ist. Anscheinend haut dieser Grill jedes Mal die Sicherung raus. ^^"

 Und das Abendessen: Geschnetzeltes mit Rösti, Sauerkaut und Salat. ^^

Nach dem Essen wurden dann die Projekte vorgestellt und wir haben viel erfahren und viel Lustiges gemacht. Für unseren Lückentext haben wir Deutsche auch alle brav die Nationalhymne gesungen, damit die Japaner die Lücken ausfüllen konnten. Außerdem haben wir nachher auch noch drei Werbespots gezeigt (Nutalle, Haribo und Volkswagen) und die Japaner sollten so schnell wie möglich erraten, für was diese Spots werben. ^^ Es war ein wirklich lustiger Abend und wir alle haben wohl viel gelernt.

 Bei dieser Präsentation wurde die Geschichte des "Hauptmann von Köpenick" in Form von kamishibai (Papiertheater) dargestellt. :)

 Es wurde auch über Düsseldorf und natürlich das bekannte Altbier erzählt. ^^

 Und es gab deutsche Süßigkeiten! Ein Mini-Hanuta für alle! ^o^

 Und hier noch einmal Schweizer Deutsch: Hät öppen öpper öppis gsäit? (Auf der Folie ist ein kleiner Tippfehler, es heißt "öppis" nicht "öppos" ^^)

 Da in den Präsentation auch die Rede von der Sage der Lorelei vorkam, haben wir anschließend noch mit Jana das Volkslied der Lorelei gesungen. ^^

Nach den Präsentation hatten wir dann wieder Freizeit und ich habe mit ein paar Japanern zunächst Karten, danach „Mensch ärgere dich nicht“ und danach einmal nach der Erklärung Herr Webers „Mühle“ gespielt. Es war ein schöner, gemütlicher Abend, den wir alle wohl noch genießen wollten, bevor es am nächsten Tag wieder zurückgehen sollte. Um zwei Uhr ging ich dann aber dann doch ins Bett, doch da das Frühstück am nächsten Morgen erst um 10 Uhr stattfinden sollte, war das in Ordnung. ^^“

 Und ein schönes Erinnerungsfoto: Die beiden Mädels vorne sind Risa (rechts) und Kotono (links). Die hintere Reihe: (von links nachts rechts) Mamina, Takuya, Yuta, ich und Kouji. ^^

 Und nachher wurde "Mensch ärgere dich nicht" gespielt. ^^

 Risa hat freudig mitgespielt. :)

 Ebenso wie Mamina. ^^

 Und hier das "Mühle"-Ergebnis von Kotono und mir. Sehr symmetrisch, oder? ^^"

Nach dem Frühstück am Donnerstagmorgen gab es dann noch zwei Vorträge. Zunächst von Risa und Takuya, die beide ein Jahr in Düsseldorf studiert haben. Sie haben den anderen ein wenig über das Leben und die Uni in Düsseldorf erzählt. Danach stellten Jana und August ihre Stadt im Osten Deutschlands vor: „Die Lausitz, eine Region in mehreren Ländern“. Bei diesem Vortrag haben wir sehr viel über die Lausitz erfahren und da ich bisher auch so gut wie nichts darüber wusste, war der Vortrag sehr interessant. ^^

 Das war das letzte Frühstück am Donnerstagmorgen. ^^

 Das ist Takuya, als er etwas über Düsseldorf erzählt hat.

 Und hier sieht man Risa. ^^

 Auf diesem Bild sieht man Jana und August. :)

 In der Lausitz gibt es viele Flüsse, weshalb auch die Post heutzutage noch per Boot verteilt wird. ^^

 Die berühmten Spreewaldgurken durften natürlich auch nicht fehlen. :)

 Das ist Jana. ^^

 Diese Wassermühle in der Lausitz wurde durch den Film "Krabat" bekannt, der auf einem Roman basiert.

 Ein typisches, traditionelles Frühstück: Ein Brötchen taucht man in Leinöl und dann in Zucker. ^^

Die Sage von "Krabat" handelt von einem Mann namens Krabat, der als Lehrling in einer der Mühlen arbeitet. Dort muss er erkennen, dass sein Meister ein Zauberer ist und Krabat selbst lernt zaubern und übertrifft sogar seinen Meister. In  der Verfilmung des Romans "Krabat" geht es vorrangig darum, ob eben dieser Lehrling ein guter oder böser Zauberer wird. :)

 In der Lausitz gibt es heutzutage sogenannte "Mondlandschaften", da es sehr viele Orte gibt, die für den Braunkohletagebau benutzt werden und die Gegend dort wie auf dem Mond aussieht.

 Hier nochmal ein schönes Bild von Jana. ^^

 Und ein hübscher Zungenbrecher in Bezug auf die Stadt Cottbus.

 Das ist Herr Yoshii. Es ist erstaunlich, dass seine Socken vom Design her genau zu seinem Pullover passen! ^^ Ahahaha...

 Das Osterreiten ist eine Tradition in Lausitz. Auf der weißen Flagge sieht man die Zeichen für "A" und "Omega". Dies sind griechische Buchstaben, und zwar der Anfangsbuchstabe "A" und der letzte Buchstabe "Omega". Diese beiden Buchstaben stehen für die Idee: "Von Anfang bis Ende". Diese Idee gibt es auch in Japan. Denn in jedem Tempel findet man sogenannte Tempelwächter namens niô (仁王), von denen der eine den Mund offen hat (wie ein "A") und der andere hat den Mund geschlossen (wie ein "un"). Diese beiden Laute bilden Anfangs- und Endbuchstabe des alten Sanskrit und stehen somit auch für den Anfang und für das Ende. Die beiden Tempelwächter heißen deshalb auch übrigens agyô und ungyô (阿形 und 吽形). ^^



 Hier noch einmal Herr Yoshii.

 Und hier ist August.

Danach wurde es dann aber langsam Zeit wieder Richtung Uni zu fahren. Davor aber hieß es: Saubermachen! Also machten wir uns alle an die Arbeit erst unser Gepäck zu holen, unser Zimmer aufzuräumen und danach die Gemeinschaftsräume wie Eingangshalle, Aufenthaltsraum, Küche und Bäder sauberzumachen. Da alle fleißig mitgeholfen haben, waren wir relativ schnell fertig. Am Ende wurde noch das restliche Essen unter den Studenten aufgeteilt, damit es nicht weggeworfen werden musste. Nachdem aber alles sauber und all das Gepäck verstaut war, begaben wir uns schließlich wieder auf den Heimweg. Ich fuhr erneut mit Risa, doch dieses Mal kam noch Rei dazu. Und so fuhren wir dieses Mal zu dritt. Bevor es allerdings Richtung Uni ging, machten nahezu alle Studenten noch einen kurzen Abstecher nach hedo misaki (辺戸岬), dem nördlichsten Teil Okinawas. Von diesem Kap aus hat man einen wundervollen Ausblick auf das Meer! Dort schossen wir noch ein paar schöne Fotos und genossen die Aussicht, ehe wir dann aber wirklich Richtung Uni fuhren. Nur für ein Mittagessen machten wir noch einen kleinen Stopp an der gleichen Raststätte wie bei der Hinfahrt. Risa war so nett und fuhr später noch mit mir zu einem Supermarkt, damit ich ein bisschen Brot und Milch einkaufen konnte, da ich ja nichts auf dem Zimmer hatte. Immerhin hatte ich vor der Reise alles gegessen, damit auch nichts schimmelt oder schlecht wird. So konnte ich aber ein bisschen was einkaufen, sodass ich auch für den Abend noch etwas hatte. :)

 Risa und ich kurz vor der Abreise. :)

 Den Autosticker hat sie in Deutschland gekauft. Süß, oder? :)

 Aus dem Fenster konnte ich diese Teefelder fotografieren. Dort wird überall schwarzer Tee angepflanzt. :)

 Und hier das Kap hedo

 Diese Aussicht hatte man auf das Meer.

 Rundherum sonst nur Natur. :)

 Ein Denkmal, dessen Bedeutung ich leider nicht weiß. ^^"

 Das ist Riko. :) Der Wind wehte dort ziemlich stark. 

 Und ich! ^o^

 Eine weitere Figur, dessen Bedeutung ich auch nicht so ganz verstanden habe. ^^" Aber hübsch ist sie ja!

 Meer! ^^

 Und noch mehr Meer!!

 Gaaaaaanz viel Meer!!! ^^

 Diese kleine Statue stand auf ein paar Steinen. 

 Ein schöner Ausblick auf die Küste.

 Ansonsten nur Natur. ^^

 Da möchte man doch eigentlich gar nicht mehr weg, oder?

Und hier der Wegweiser, dass wir beim Kap hedo sind.

Ein hübsches Gruppenfoto. ^^
Ich und das Meer. ^^

Und damit ging dann auch dieser Ausflug zu Ende. Es war wirklich ein tolles Erlebnis und es hat viel Spaß gemacht mit den Japanern zu lernen und gemeinsam zu kochen. Der Ort ist auch toll, denn es gibt dort wirklich nichts als Natur. Nachts ist es dort auch stockfinster, weil es außerhalb des Gebäudes keine Beleuchtung gibt. Leider war das Wetter nicht ganz so gut, denn es war oft bewölkt und es hat geregnet, sodass wir nicht hinausgehen konnten. Der ganze Boden war durchnässt und so konnten wir draußen leider nichts unternehmen. Dennoch war es ein schöner Ausflug mit den Japanern und wir alle haben sicherlich sehr viel gelernt. ^^

2 Kommentare:

  1. Hallo Andrea, mal wieder ein schöner Bericht. Nur, dass die 3. Strophe unserer Hymne nicht gesungen wird, stimmt nicht. Es ist gerade die 3. Strophe die man singt.
    Offiziell heißt es: " Die deutsche Nationalhymne in der aktuellen Fassung ist die dritte Strophe des Deutschlandliedes (festgelegt durch den Schriftwechsel vom 19. beziehungsweise 23. August 1991 zwischen Bundeskanzler Kohl und Bundespräsident von Weizsäcker, veröffentlicht im Bulletin des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung Nr. 89/1991 vom 27. August 1991)."

    Jetzt denke bloß nicht, ich bin ein kleiner Klugscheißer :-)

    Viele Grüße
    Stefan

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    1. Hallo ^^
      Erstmal vielen Dank für den lieben Kommentar! Und danke für die Aufklärung! Da hatte ich wohl etwas Falsches im Kopf. ^^" Das werde ich dann mal im Blogeintrag umändern, bevor nachher noch Verwirrung entsteht. *lach*

      Ich hoffe, es geht euch allen gut und bei euch ist alles in Ordnung. Ich freu mich immer wieder von euch zu hören. ^^

      Liebe Grüße,
      Andrea

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