Am Abend des
07.07.2014 erreichte der Taifun Nummer 8 namens Neoguri die Küste Okinawas.
Sicherlich haben dies auch die meisten Leute in Deutschland mitbekommen, denn
laut meiner Familie wurde auch in den deutschen Nachrichten auf diesen Taifun
aufmerksam gemacht. Allerdings wurde mal wieder alles unglaublich dramatisiert.
Dazu möchte ich hier ein paar Zeilen schreiben, damit ihr beruhigt sein könnt,
dass es bei weitem nicht so schlimm ist, wie die Nachrichten es berichtet
haben.
Der Taifun war
zunächst ein Supertaifun, das heißt die Windgeschwindigkeit betrug zeitweise 75
Meter pro Sekunde. Allerdings hatte der Taifun bereits an Stärke verloren, als
er Okinawa erreichte und er gehörte nicht mehr zur Kategorie 5, sondern zur
Kategorie 4. Zudem hat er die Insel nicht richtig getroffen, sondern er ist
westlich von ihr hergezogen, sodass Okinawa sozusagen nur einen Teil des
Unwetters abbekommen hat. Dies war allerdings auch schon relativ heftig, doch
wenn man die richtigen Maßnahmen trifft und nicht während dem Taifun nach
draußen geht, kann einem nichts passieren.
Der Taifun erreichte
am Montagabend die Insel Okinawa und die heftigen Windböen waren seit den
späten Abendstunden bis zum frühen Morgen des 09.07.2014 (Mittwoch) zu spüren.
Da wir Austauschstudenten aber gut von unseren Lehrern, unserem Hausmeister im
International House und von unseren japanischen Freunden – die einem teilweise
sogar Nachrichten geschickt haben, weil sie sich Sorgen gemacht haben – auf einen
Taifun vorbereitet worden waren, trafen wir alle notwendigen Maßnahmen, um für
das Unwetter gewappnet zu sein.
Welche Vorbereitungen
müssen dann getroffen werden…
- Genügend Wasser und Essen kaufen, damit man während des Taifuns nicht einkaufen muss.
- Von innen Zeitungen und Handtücher in die Ritzen des Schiebeelemente der Balkontüren stopfen, damit kein Wasser in die Wohnung eindringen kann.
- In die Badewanne Wasser laufen lassen oder in leeren Flaschen Wasser einfüllen, damit man damit kochen kann, falls die Wasserleitungen mal nicht funktionieren.
- Taschenlampe und Batterien im Haus haben, denn es kann auch zu einem Stromausfall kommen.
Wenn man all diese
Vorbereitungen trifft und während dem Taifun nicht nach draußen geht (und vor
allen Dingen dann keinen Schirm aufspannt, da man sonst wegfliegt!), dann kann
einem auch nichts passieren. Die Leute, die bei einem solchen Unwetter ihr
Leben lassen, sind größtenteils entweder Fischer, die nicht rechtzeitig wieder
die Küste erreichen oder abenteuerlustige Touristen, die meinen, sie müssten
bei einem solchen Unwetter an den Strand gehen, um sich die hohen Wellen
anzusehen.
Der Taifun wütete hier
den ganzen Dienstag und man konnte nicht vor die Tür gehen. Durch den starken
Wind hatte man auch das Gefühl, als würden die Wände leicht beben. Ich denke,
jeder kennt das Gefühl, wenn ein schwerer LKW an einem vorbei fährt, denn dann
vibriert ja auch oft der Boden. Genau so hat es sich auch angefühlt, nur dass
man das Vibrieren den ganzen Tag über spürte. Von morgens bis zum Nachmittag
hatten wir hier im International House auch immer mal wieder Stromausfall,
allerdings lief unser Wasser einwandfrei. Alles in allem war es ein relativ langweiliger
Tag, da man nicht nach draußen konnte, doch dafür hatte ich mal wieder
ausgiebig Zeit, mich einem guten Buch zu widmen. :)
Die Schäden, die der
Taifun hinterlassen hatte, sahen wir dann am nächsten Tag, da sich dann wieder
alles am Mittag beruhigt hatte und wir mit den Studenten eines
Unterrichtskurses einen Ausflug zur Stadt Okinawa gemacht haben. Überall sah
man abgebrochene Äste oder auch umgestürzte Bäume und auch die Pflanzen am
Straßenrand waren größtenteils abgeknickt. Auf Fotos, die manche Japaner auf
facebook online gestellt haben, habe ich auch gesehen, dass große Bäume
umgeworfen worden sind und unter Umständen auf Auto gefallen sind. Außerdem gab
es wohl auch ein paar Überschwemmungen, doch da unsere Uni auf einem Hügel und
somit sehr hoch liegt, sind wir davon verschont geblieben.
Alles in allem war es
schon ein relativ starker Taifun, der neben Okinawa hergezogen ist, doch dank
guter Vorbereitung haben wir alle das Unwetter sehr gut überstanden. Es war
wirklich nicht so dramatisch, wie die deutschen Nachrichten vielleicht
berichtet haben. ^^
Das war am Montagnachmittag. Sozusagen die Ruhe vor dem Sturm. ^^
Das ist nicht das beste Video und es ist auch nur sehr kurz, aber ich glaube, man sieht ein bisschen was, wie es hier gestürmt hat. :)
Dieser Ast ist von einem Baum hinter dem International House abgebrochen.
Und hier noch ein großer Ast, der mitten auf dem Weg lag.
Eigentlich lagen überall große Äste herum und versperrten einem den Weg.
Der Sturm machte auch vor Fahrrädern und Rollern keinen Halt.
Dieser kleine Baum hat es gar nicht überlebt, sondern er wurde komplett umgeworfen.
Überall auf unserem Campus lagen dann kleine Äste und Blätter von den vielen Bäumen.
Kurz möchte ich auch
noch etwas zu unserem Ausflug in die Stadt Okinawa schreiben. Wir sind zu einem
Geschäfteviertel gefahren, wo es ganz viele Läden gibt, in denen man sich übrig
gebliebene Gegenstände aus der Nachkriegszeit und der ersten Zeit der
amerikanischen Besetzung betrachten kann. Außerdem kann man dort auch viel über
die Nachkriegsgeschichte erfahren. Es gibt einen Laden, der sich „Hisutorîto“ (ヒストリート; eine Mischung aus den englischen Worten „History“
und „Street“) nennt. Dort wurde uns dann von Leuten, die dort arbeiten, einiges
erklärt und gezeigt. Es war ganz interessant, sich einige Dinge anzusehen, doch
da wir auch bereits viel im Unterricht über all das gelernt hatten, waren die
Erklärungen nicht ganz so spannend, da es nicht mehr so viele Dinge gab, die
wir noch nicht wussten.
Das ganze Geschäftsviertel erinnert an die Düsseldorfer Arkaden, wo auch alles überdacht ist.
Als wir dort waren, hatten die meisten Geschäfte geschlossen. Vermutlich wegen des Taifuns am Vortag.
Und diesesn Laden habe ich gefunden! "Glücklich Brot". Süß, oder?
Dennoch war es ein
schöner Ausflug und so war ich nun auch wenigstens einmal in der Stadt Okinawa.
:) Da wir aber viel erklärt bekommen haben und viel herum gelaufen sind, konnte ich nicht so viele Fotos machen, aber da es ja auch nicht so spannend war, war das nun auch nicht so schlimm.
Zum Schluss noch ein paar Bilder meines zuletzt gekauften "Riesenapfels". Er nennt sich "Sekai-ichi Ringo" (damit ist gemeint, dass er der größte Apfel auf der Welt ist) und kommt aus der Präfektur Aomori, die unterhalb Hokkaido liegt. Als ich ihn zum ersten Mal gesehen habe, war ich ziemlich überrascht und ich musste ihn einfach kaufen und ausprobieren. Er war auch sehr lecker! Hier aber ein paar Bilder, damit ihr einmal sehen könnt, wir groß er war. Und damit beende ich dann auch diese relativ kurzen Blogeintrag. :)
Hier halte ich ihn gerade in der Hand.
Und hier neben einem Buch, damit ihr die Höhe einmal ungefähr schätzen könnt.
Und auf dem Buch, damit man die Breite einmal in etwa sieht.
Das sind zwei 1/4-Stückchen des Apfels, also eine Hälfte des Apfels. Der Teller auf dem sieht liegen hat einen Durchmesser von etwa 16 cm. Auf den Bildern sieht der Apfel vermutlich gar nicht mal so groß aus, aber in Wirklichkeit war er doch verhöltnismäßig groß. :)
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Hallo Andrea,
AntwortenLöschenschön dass es Dir gut geht. Wenn man hierzulande etwas über Taifune ließt, dann wird
einem schon angst und bange. Aber in solchen Gebieten weiß man ja, was zu tun ist. Ich wünsche Dir noch schöne Wochen auf Okinawa. Bis bald und viel Spaß noch,
Stefan