Donnerstag, 5. Dezember 2013

Von Tee-Zeremonien, Austauschstudentenpartys und Grabstätten...

Wie ich bereits in meinem vorigen Eintrag berichtet habe, war der 1.Advent ein entspannter und gemütlicher Tag hier bei mir. Allerdings kam in der Nacht von Sonntag auf Montag noch einmal richtig Spannung auf! Denn nachts um halb zwei, als ich nach einem kurzen Toilettengang gerade dabei war, friedlich ins Reich der Träume hinüberzugleiten, erschall der Feuermelder im ganzen Haus! Vollkommen überrumpelt schlüpfte ich in meine lange Stoffhose, schnappte mir den Schlüssel und zog meine Schlappen an, um dann mal vorsichtig auf den Gang zu spähen. Auch andere kamen total verschlafen und mit irritiertem Gesichtsausdruck aus ihren Zimmern gekrochen. Da wir vom Gang aus auf den Hinterhof schauen können, wo wir uns bei einem Feueralarm normalerweise sammeln sollen, sahen wir nach, ob dort Personen standen, doch niemand war dort. Mit ein paar Leuten sind wir schließlich nach unten in die Lobby gegangen, um zu schauen, ob nicht vielleicht jemand aus Versehen den Alarm ausgelöst hat. Fehlanzeige. Noch immer verwirrt wollten wir schließlich nach draußen auf den Hinterhof gehen, als zwei koreanischen Senpais uns entgegen kamen und sich um die Feuermelder auf jeder Etage kümmerten. Ich half einem von ihnen, da wir hinter die Alarmglocken Taschentücher stopfen wollten, damit das schrille Läuten aufhörte. Der Koreaner erklärte mir dabei auch, dass alles in Ordnung wäre. Ein anderer Austauschstudent hätte noch gekocht (ich weiß zwar nicht, warum man gerade um halb zwei nachts kocht, aber gut…) und es wäre ein wenig Rauch aufgestiegen, der den Alarm ausgelöst hätte. Einen Brand gäbe es aber nicht. Bewaffnet mit Taschentücherpackungen sorgten wir also deshalb erstmal dafür, dass die Alarmglocken verstummten. Danach konnten wir wieder auf unsere Zimmer und in Ruhe weiterschlafen. Nun, so einen spannenden 1.Advent hatte ich, glaube ich, noch nie! ^^

Dienstagmorgen durften wir dann an einer Teezeremonie teilnehmen, die im International House stattfand. Es war Teil unseres Japan-Unterrichts und wir mussten dafür lediglich 300 Yen (etwas weniger als 2,50 €) bezahlen. Japanische Studenten, die Mitglieder eines Teezeremonie-Klubs an der Uni sind, und eine Teezeremonie-Lehrerin haben im Konferenzraum und im washitsu (washitsu=Zimmer im japanischen Stil) alles für eine Teezeremonie vorbereitet. Wir wurden in zwei Gruppen eingeteilt: die erste Gruppe sollte zunächst im washitsu Tee serviert bekommen, während die zweite Gruppe eigenständig Tee zubereiten sollte. Ich war mit Anna (Schwedin) in der ersten Gruppe und so gingen wir nach einer kurzen Begrüßung durch die Teezeremonie-Lehrerin und unserer Lehrerin ins washitsu. Will man ein washitsu betreten, so zieht man sich auf jeden Fall die Schuhe aus, damit man die tatami-Matten (tatami=Matte aus Reisstroh) nicht beschädigt. Wir ließen uns dann im traditionellen seiza-Sitz (kniend) auf die tatami-Matten nieder und erhielten dann einige wichtige Erklärungen zur Teezeremonie, die hier in Japan sadou genannt wird (sadou bedeutet übersetzt: „Weg des Tees“). Außerdem führte uns eine der japanischen Studentinnen vor, wie man die einzelnen Gegenstände für die Zubereitung des Tees nutzt. Dabei gibt es wirklich sehr viele Gesten, die zu beachten sind und ich war wirklich beeindruckt, wie toll die Studentin das gemacht. Zumal ich diese Studentin kannte! Mir fiel leider ihr Name nicht ein, doch ich kannte das Gesicht. Am Ende der Vorführung und des Teetrinkens sprach sie mich auch direkt an und fragte, ob ich mich an sich erinnern würde. Auch sie erinnerte sich an mich und zu meiner Erleichterung war ihr mein Name auch wieder entfallen, sodass es mir nicht ganz so peinlich war, ihren Namen vergessen zu haben. Es war Yuri; ich habe sie auf der Beach-Party im Oktober kennen gelernt. Es war schön, sie wiederzusehen und sie hat sich riesig darüber gefreut, dass ich mich an sie erinnere, auch wenn mir ihr Name entfallen war. :) Yuri war wirklich großartig, als sie den Tee zubereitet hat; es sah richtig professionell aus!
Neben dem Tee wurden uns auch wie üblich Süßigkeiten gereicht, die unbedingt vor dem Tee gegessen werden. Anders als in Deutschland, wo man während des Teetrinkens Plätzchen isst, wird in Japan zunächst die Süßigkeit gegessen, um danach mit dem leicht bitteren Tee die Süße der Süßigkeit auszugleichen. Es war eine tolle Erfahrung, die wir dort machen durften und es war wirklich schön, dass japanische Studenten daran beteiligt waren, uns so eine Erfahrung zu ermöglichen.
Das Sitzen im seiza-Stil war allerdings auf Dauer ziemlich anstrengend und die Füße schlafen dabei schnell ein, sodass man nachher doch Probleme hat, wieder aufzustehen, was unsere Lehrerinnen ziemlich amüsierte. :)
Nachdem uns der Tee serviert worden war, führten wir dann auch mithilfe unserer Lehrerinnen die traditionellen Rituale aus, was eine schöne Erfahrung war. Man verbeugt sich unter anderem vor dem Gastgeber, wenn man den Tee serviert bekommt. Die Teeschale (die übrigens chawan (茶碗)genannt wird) nimmt man dann mit der rechten Hand hoch und stellt die auf die Handfläche der linken Hand. Danach dreht man die Schale zweimal im Uhrzeigersinn, damit das Muster, welches auf der Teeschale vorne ist, von einem weg zeigt. Da dieses Muster besonders ist, soll man es nicht mit den Lippen berühren. Danach hebt man die Teeschale ein wenig, um ihr Respekt zu zeigen, ehe man den darin enthaltenen Tee trinkt. Hat man alles getrunken, putzt man mit den Fingern die Stelle ab, an der man die Schale mit den Lippen berührt hat, ehe man die Schale wieder zweimal dreht, damit das Muster wieder zu einem selber hin zeigt.
Es hat mich sehr gefreut, dass unsere Teezeremonie-Lehrerin mir am Ende gesagt hat, dass es bei mir sehr gut ausgesehen hätte. :)

 Alle freuen sich bereits auf die Tee-Zeremonie. :) (von links nach rechts: Anna (Schwedin), Jessica (Französin) und Carine (Französin))

 Hier sieht man die Ecke des washitsu, in der der Tee zubereitet wird: ein kleiner Tisch, neben dem ein paar Utensilien stehen und links sieht man einen Kessel, der in der Öffnung im Boden eingelassen ist. Die Platzierung des Kessels findet so nur im Winter statt; im Sommer wird der Kessel nicht dort in die Öffnung eineglassen.

 Hier die Süßigkeit, die wir vor dem Teetrinken gereicht bekommen haben.

 Und so sieht die Süßigkeit aus, nachdem man sie mit dem Stäbchen in mundgerechte Stücke zerteilt hat. :)

 Hier sieht man Yuri, wie sie gerade heißes Wasser aus dem Kessel schöpft. :)

 Hier ein Foto von dem washitsu. Rechts sieht man eine koreanische Austausstudentin. Hinten ist wieder Yuri zu sehen und links daneben in der schwarzen Kleidung eine weitere japanische Studentin, die uns den Tee serviert hat. Ganz links ist die Teezeremonie-Lehrerin zu sehen. :) Eine sehr freundliche Frau, die ganz begeistert davon war, dass wir alle so toll Japanisch sprechen können. 

 Hier hält die eine japanische Studentin gerade ein Teil der Deko hoch, die in der Ecke hinter dem Tischchen steht. In einem washitsu ist es so, dass es oft sehr schlicht ist und das es nur eine einzige Ecke gibt, die meistens etwas in die Wand eingelassen ist und zurückliegt, in der ein oder zwei Dekorationsgegenstände stehen. In unserem Fall war es ein kleines Geschenk, eine Blume und eine Schriftrolle an der Wand, auf der die 4 Wesen und Prinzipien der Teezeremonie zu lesen sind: wakeiseijaku (和敬清寂). wa (和)=Harmonie, kei (敬)=Respekt, sei (清)=Reinheit und jaku (寂)=Ruhe.

 Und hier sieht man einmal die gesamte Dekoration zusammen.

 Auf diesem Foto sieht man alles nochmal etwas besser.

 Und hier die Blumen. :)

Anschließend wechselten unsere beiden Gruppen die Räume und nun durften wir in den Konferenzraum, wo wir gezeigt bekamen, wie man selber Tee zubereitet. Gegenseitig bereiteten wir uns dann Tee zu und natürlich durfte auch eine Süßigkeit nicht fehlen. Beim ersten Mal haben wir eine mochi-Süßigkeit erhalten (mochi=süßer Reiskuchen), in der eine süße Creme enthalten war. Dieses Mal bekamen wir eine Art Keks gereicht. Die japanischen Studenten bereiteten für uns eine Schale mit Matcha-Pulver und heißem Wasser vor, die wir dann vorgesetzt bekamen. Außerdem erhielten wir einen chasen (茶筅; chasen=ein Rasierpinsel ähnlicher Gegenstand, um den Tee zuzubereiten), um damit dann mit Auf-und-Ab-Bewegungen den Tee zuzubereiten.

 Das waren die von den japanischen Studenten vorbereitenen Teeschalen und die anderen notwendigen Utensilien.

 Das ist die zweite Süßigkeit, die wir vor dem Teetrinken bekommen haben. :)

 Hier bereiten die anderen gerade den Tee vor. :) Es sah schon sehr professionell aus.

Das ist der sogenannte chasen (茶筅), mit dem man das Matche-Pulver im heißen Wasser verührt.

 Und so sieht der Tee aus, bevor er mit dem chasen umgerührt wird.

 Hier genieße ich gerade den Tee, den Anna für mich gemacht hat. :)

 Und danach waren wir anderen an der Reihe. Hier bereiten wir gerade fleißig den Tee für die anderen vor.

Und dann trank Anna meinen selbstgemachten Tee. :)

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es eine wirklich großartige Erfahrung war, die wir hier machen durften. Ich finde es immer wieder toll, dass unsere Lehrerinnen so bemüht sind, uns solche Möglichkeiten zu eröffnen. Von anderen deutschen Kommilitonen, die in anderen Städten Japans momentan studieren, höre ich leider, dass sie nicht so viele oder gar keine Möglichkeiten erhalten, die kulturellen Aspekte Japans mitzuerleben. Das ist wirklich schade, weshalb ich dankbar dafür bin, dass wir hier auf Okinawa die Chance erhalten, so viel miterleben zu dürfen. :)

Am Abend fand dann noch eine Party für alle Austauschstudenten auf Okinawa statt. Auf Okinawa gibt es nämlich nicht nur unsere Uni, sondern auch noch zwei oder drei andere. Zu dieser Party waren alle Austauschstudenten eingeladen und es gab neben einem großen Buffet (was jedoch schon nach kurzer Zeit leer war) auch ein Bühnenprogramm. Sinn der ganzen Sache war es jedoch, mit anderen Austauschstudenten zu reden und neue Freundschaften zu knüpfen.
Um 16 Uhr fuhren wir mit zwei großen Bussen zum „Hotel Nikko Naha Grand Castle“, welches sich in der Nähe des Shuri-Schlosses befindet. Dort war ein großer Saal gemietet worden, in dem es auch eine Bühne gab. Da wir ziemlich früh dort waren, mussten wir noch etwas warten und wir vertrieben uns die Zeit im Foyer, wo wir ein wenig über dies und das geredet haben. Als wir dann aber endlich in den Saal konnten, suchten wir uns ein hübsches Plätzchen und lauschten dann den ersten Reden, die gehalten wurden. Zu unserer aller Erleichterung dauerten diese Reden aber nicht lange, denn um genau zu sein, waren es nicht mal wirklich Reden, sondern viel eher nur ein paar Begrüßungsworte. Und nachdem wir dann alle gemeinsam mit Wasser, Limonade, Cola oder Bier angestoßen haben, durften wir uns auch über das Buffet hermachen, welches wirklich großartig aussah! Aber da viele Austauschstudenten anwesend waren, musste man sich wirklich beeilen, wenn man noch einen Nachschlag haben wollte.
Das Bühnenprogramm bestand hauptsächlich aus Austauschstudenten, die traditionelle Künste auf der Bühne vorgeführt haben, darunter zum Beispiel länderspezifische Tänze, eine Gruppe von eisa-Tänzer/innen (eisa=traditioneller Tanz Okinawas) und traditionelle Lieder, die von einer Gruppe von Sängern und Musikern präsentiert wurde. Das Highlight bildeten die eisa-Tänzer/innen, da sie am Ende von der Bühne tanzten und durch die Reihen gingen, bis ein älterer Japaner den Anfang machte und tanzend auf die Bühne ging. Einige andere Austauschstudenten folgten und so tanzten nachher ganz viele Leute auf der Bühne. Das ist eine wirklich typische Sitte hier: oft springt irgendjemand in einer gemütlichen Runde auf, pfeift mit den Fingern im Mund oder spielt sanshin, woraufhin alle anderen Gäste ebenfalls aufstehen und tanzen. Auch in Kneipen soll dieses Phänomen oft zu sehen sein. Ich selber habe es noch nicht erlebt, aber man bekommt es immer wieder zu hören, wenn man über typische Merkmale Okinawas spricht. Jeder wird dabei zum Tanzen aufgefordert. Ich habe auf youtube ein Video gefunden, in dem Musik gespielt wird und die Leute dazu tanzen. So ähnlich sieht es dann aus:


Außerdem habe ich auf der Party auch wieder einen alten Bekannten getroffen: Charith. Ihn habe ich auf der Beach-Party kennen gelernt. Ich habe vergessen, wo er herkommt (ich glaube, es war Sri Lanka), aber er lebt nun seit 7 Jahren in Japan (vier Jahre auf der Hauptinsel und 3 Jahre auf Okinawa). Aber ich habe auch neue Leute kennen gelernt und zwar zwei nette Japanerinnen: Kiyora und Mami (ja, sie heißt wirklich Mami; in Japan ist das ein durchaus geläufiger Name ^^). Die beiden studieren leider nicht an der Ryukyu-Universität, aber dank facebook kann man dennoch Kontakt halten. :)

 Hier standen wir vor dem großen Hotel und warteten darauf, dass wir reingehen konnten.

 Und schließelich warteten wir dann in der Lobby darauf, dass wir in den Saal konnten. ^^" Zu diesem Zeitpunkt war es noch relativ leer.

 Ein hübsches Bild von Anna und Timmi. ^^

 Und hier ein Bild vom Saal mit der Bühne vorne und dem großen Buffet! :)

 Und so sahen die einzelnen Tische aus, an denen man sich hinstellen konnte.

 Und so sah der Saal aus, als er mit all den Austauschstudenten gefüllt war.

 Das war eine der Performances an diesem Abend. Hier sieht man Leute mit Sanshins und im Hintergrund Leute, die gesungen haben.

 Und hier sieht man die eisa-Performance.

 Das sind die beiden Mädels, die ich auf der Party kennen gelernt habe: Rechts: Mami; links: Kiyora.

 Und hier sieht man, wie die eisa-Tänzer/innen von der Bühne kamen und durch den Saal tanzten. :)

 Und kurze Zeit später waren einige Austauschstudenten auf der Bühne und haben mitgetanzt. ^^

 Ein hübsches Abschlussbild von Yilin (links), Yun (Mitte) und Shen (rechts). ^^

 Und hier sieht man Anna und unseren Hausverwalter Osamu-san. ^^

Und noch ein Gruppenfoto. ^^

Alles in allem war die Party ganz in Ordnung. Es war jetzt nichts Spektakuläres, aber es war ein netter Abend. ^^

Später am Abend wurde ich dann noch einmal überrascht, als ich nichtsahnend und gemütlich in meinem Zimmer saß. Denn plötzlich hörte ich ein lautes Miauen und als ich kurz darauf meine Zimmertür öffnete, stand doch tatsächlich Ko-chan vor meiner Tür und huschte sogleich in mein Zimmer! Diese Katze hat sich doch tatsächlich gemerkt, in welchem Stockwerk und in welchem Zimmer ich wohne! Eine wirklich schlaue Katze, ahahahha! :) So hatte ich für den Rest des Abends noch eine liebe Besucherin bei mir. ^^

Mittwoch stand dann bereits das nächste große Ereignis an: ein weitere Ausflug mit unserem Okinawa-Unterricht-Kurs. Dieses Mal ging es zum Urasoe-Schloss, wo wir verschiedene Grabstätten von Königen und wichtigen Personen besichtigen wollten. Mit dem Bus fuhren wir wieder gemeinsam dorthin und zunächst wurden wir erneut in zwei Gruppen eingeteilt. Während die eine sich einen kurzen Film über die Geschichte der Gräber angesehen hat, konnte die andere Gruppe das nachgestellte Grab des Königs Eiso (1260-1299) betreten. Da es untersagt ist, Gräber zu betreten, wurde das Grab nachgebaut, sodass man einen Einblick in das Innere der Grabstätte bekommen kann. Es handelt sich dabei um sogenannte hafubaka, welches Grabstätten sind, die einem Haus ähneln. Es gibt vorne einen Eingang, gefolgt von einem Raum, in dem die Truhen mit den gereinigten Knochen der Verstorbenen  stehen (kleine Info am Rande: Früher gab es in Japan auch Beerdigungen, doch heutzutage ist es üblich, dass die Verstorbenen verbrannt und nur die Knochenreste aufbewahrt werden). Diese besonderen Grabstätten der Könige, die es in Urasoe gibt, werden auch yôdore genannt (im Dialekt heißen sie yûduri). Die Worte bedeuten im Japanischen so viel wie yûnagi, welches im Deutschen mit „Abendliche Windstille“ übersetzt werden kann. Diese Bedeutung kommt daher, da das Meer nicht weit entfernt ist und der Meereswind am Ort der Grabstätten zu spüren ist.
Von einem Führer haben wir dann in der nachgebauten Grabstätte einige Informationen über eben diese erhalten, zum Beispiel dass in der größten Truhe König Eiso begraben liegt, während die beiden kleineren Truhen die Knochen des Vaters und Großvaters von Eiso beinhalten. Außerdem sind diese Grabstätten immer gen Osten ausgerichtet, sodass die aufgehende Sonne durch die Ritzen der Eingangstür scheinen und den Toten Wärme und Kraft spenden kann.

Das ist das nachgestellte Grab von König Eiso. Die Grabtruhe hat viele buddhistische Verzierungen, die man am unteren Rand gut sehen kann.

Danach spazierten wir dann bei wundervollem Wetter (strahlend blauer Himmel, klare, frische Luft) zu den richtigen Grabstätten, die wir nur von außen besichtigen konnten. Dabei wanderten wir immer wieder schöne Wege mit vielen Pflanzen entlang, und da die Grabstätten ziemlich hoch liegen, hatten wir teilweise auch einen wundervollen Blick auf die Landschaft und das Meer.
Bei den Grabstätten angekommen, erhielten wir von unserer Lehrerin noch einige Informationen, mit denen wir unser erhaltenes Arbeitsblatt ausfüllen konnten. Dabei erfuhren wir, dass in der rechten Grabkammer Eiso liegt, während in der linken Grabstätte der König Shônei (1589-1620) liegt. Die beiden Grabstätten wurden im 13. Jahrhundert gebaut, doch 1620 wurden sie einmal ausgebessert. Früher wurden diese Grabstätten in großen Felswänden errichtet, doch irgendwann ging man dazu über, diese Grabstätten eigenhändig mit Steinen zu errichten. Vor den Grabstätten findet man einen kleinen Stein, an den man Opfergaben hinlegen kann. Unter anderem zählen zu diesen Opfergaben Räucherstäbchen und Ritualgeld, welches auch „Geld für das Jenseits“ genannt wird. Dieses Ritualgeld ist vergleichbar mit Krepp-Papier und wird uchikabi genannt. Es wird verbrannt und soll den Verstorbenen so Geld für die andere Welt senden.

 Das war der Weg, der vor uns lag, als wir uns in Richtung der Grabstätten begaben.

 Und diese Aussicht hatten wir, bevor wir die kleine Anhöhe zu den Grabstätten hinaufgingen.

 Hier sieht man den Weg, der zu den Grabstätten führt.

 Und das war der Ausblick kurz bevor wir am Ziel waren. Man konnte auch das Meer sehen! 

 Und hinter diesem Durchgang...

 ...lagen dann endlich die Grabstätten! Hier sieht man unsere Lehrerin Frau Yamashiro. 

 Dieses Grab ist das Grab des Königs Eiso.

 Und dieses Grab, welches links von Eiso's Grab liegt, ist das Grab von König Shônei.

Das ist die kleine Stelle, an der man die Opfergaben hinstellt.

Der nächste Ort, den wir besuchten, war das Grab von Iha Fuyû (1876-1947), dem „Vater der Okinawanologie“. Es wird gesagt, dass es niemanden gab, der Okinawa mehr liebte und sich mehr um Okinawa sorgte, als dieser Mann. Er hat diverse Forschungen betrieben, unter anderem hat er den okinawanischen Dialekt und okinawanische Literatur (darunter das omorosaushi, ein Werk, welches viele traditionelle Gedichte und Lieder Okinawas enthält) untersucht. Da dieser Mann sich so sehr für Okinawa eingesetzt hatte, haben seine „Anhänger“ ihm nach seinem Tod dieses Grab errichten lassen.

 Und hier nochmal ein schönes Foto von der tollen Aussicht. :)

 Und wir marschieren wieder weiter zum nächsten Ziel. 

Das ist der Grabstein, der vor Iha Fuyûs Grab steht, gemeinsam auf dem Foto mit unserer Lehrerin. :)

 Diesen Ausblick hat man, wenn man mit dem Rücken zum Grab steht.

 Ein nettes Bild von Mukin (China) und Julio (Spanien), der im Hintergrund vorbeispringt. XD
 Und hier das Grab von Iha Fuyû.

Anschließend sind wir zu einem Gedenkstein gegangen, der an den Befehl König Shôneis, einen gepflasterten Weg von der Stadt Shuri zum Urasoe-Schloss (浦添グスク; Urasoegusuku; gusuku=okinawanischer Dialekt und trägt die Bedeutung „Schloss“) zu bauen und eine Brücke, die sich wie ein Regenbogen über dem Fluss spannt, zu errichten. Diese Erinnerung ist auf der Vorderseite des Gedenksteins in Hiragana geschrieben, doch leider sind diese Hiragana-Zeichen so undeutlich geschrieben, dass man sie nicht lesen kann. Auf der Rückseite steht das Gleiche jedoch auch nochmal in Kanji, was lesbar ist. Allerdings gibt es nur Kanji, sodass auch das für uns nicht lesbar ist. ^^“ Schade aber auch… Am oberen Rand des Gedenksteins ist auch ein Bild eingemeißelt, welches die Sonne und zwei Phönixe zeigt (太陽と鳳凰(ほうおう)).

 Ein nettes Plätzchen, welches auf dem Weg lag. :)

 Und eine nette Statue. Leider habe ich deren Bedeutung vergessen. ^^"

 Auch von diesen Steinen weiß ich die Bedeutung nicht mehr. Ich glaube auch, dass wir nur daran vorbeigegangen sind und keine Informationen erhalten haben. ^^"

 Das ist ein sogenanntes utaki (ウタキ), eine religiöse Stätte, die es in fast allen Burgen Okinawas gibt. Dort werden die einheimnischen Gottheiten der Ryûkyû-Inseln verehrt.

 Und hier sieht man das utaki noch einmal besser.

 Diese Landschaft liegt vor einem, wenn man dem utaki den Rücken zuwendet.

 Und diese hübsche Aussicht hat man von dort oben aus.

 Hier einmal nur die Stadt fotografiert und nicht das Meer. ^^

 Einer der alten Bäume, die man hier oft auf Okinawa sieht. ^^ Ich finde sie sehr schön, weil sie so unglaublich alt wirken, was zu einem Ort wie diesem irgendwie passt.

 Und hier endlich der Gedenkstein. :)

 Noch einmal ein Landschaftsfoto, welches ich geschossen habe, als wir bei dem Gedenkstein waren.

 Hier sieht man den Stein etwas näher. Die Schrift lässt sich kaum entziffern (es ist die Seite mit den Hiragana). Oben sieht man sehr schön das eingemeißelte Bild von der Sonne und den Phönixen.

 Das ist die Rückseite des Steines, auf dem alles nur in Kanji steht. Zumindest lassen sich die Zeichen entziffern. ^^"

 Und hier die Aussicht vom Gedenkstein aus. Links oben liegt die Landschaft, die ich zuvor fotografiert habe, wo auch das utaki zu finden ist.

Danach haben wir uns wieder auf den Weg zum Bus gemacht, doch bevor es wieder zur Uni zurückging, haben wir noch einen kurzen Halt am Grab Tamagusuku Chôkuns (1684-1734) gemacht, welches über dem Maeda-Tunnel in der Stadt Urasoe liegt. Tamagusuku Chôkun war der Begründer des kumiodori (組み踊り), dem traditionellen Tanz auf Okinawa. Es ist der Tanz, den meine Klasse und ich im National Theatre von Okinawa vor einigen Wochen gesehen haben. Wer sich nicht mehr erinnert: ich habe darüber im November einen Blogeintrag geschrieben. :)
Dieses Grab ist ein Familiengrab und es passen ungefähr 20 Personen hinein. Jedes Mal, wenn ein Familienmitglied stirbt, wird die verschlossene Steintür des Grabes geöffnet und anschließend wieder neu verschlossen.

 Hier sind wir dann auch schon angekommen. Über diesem Tunnel liegt das Grab Tamagusuku Chôkuns.

 Diese Treppe geht man dann seitlich von dem Tunnel hinauf, um zum Grab zu kommen.

 Hier ein Hinweisschild, dass in dieser Richtung das Grab Tamagusuku Chôkuns liegt.

 Und hier das Grab.

 Diese Gefäße sind vor der Tür des Grabes aufgestellt. Auch hier kann man Opfergaben darbringen.

 Diese Stelle befindet sich ein Stück vor dem Grab und dient ebenfalls dazu, Opfergaben dort hinzustellen.

Rückblickend lässt sich sagen, dass der Ausflug wirklich großartig war! Man hat viel gelernt und die Landschaft war auch sehr schön. Zudem war das Wetter herrlich, sodass es Spaß gemacht hat, von einem Ort zum anderen zu wandern und dabei schöne Fotos zu machen. ^^ Ein wirklich gelungener und toller Tag!

Abschließend ein ganz dickes Dankeschön an alle, die es geschafft haben, bis zum Ende zu lesen! XD Ich weiß, dieses Mal ist der Eintrag sehr lang geworden… ^^“ Ich hoffe aber, ihr konntet dank der mehr oder minder ausführlichen Informationen besser nachvollziehen, welche Bedeutung die einzelnen Grabstätten und Gedenksteine haben. :)

Jetzt ist aber erstmal wieder Schluss! ;) Bis zum nächsten Mal! ^^o

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