Mittwoch, 8. Januar 2014

Neujahrsbeginn und die ersten Unitage

みなさん、明けましておめでとう!今年もよろしくお願いします!()
(Minasan, akemashite omedetou! Kotoshi mo yoroshiku onegaishimasu!)
Oder um es auf Deutsch zu sagen: Euch allen ein frohes neues Jahr! (^___^)/

Es ist zwar schon eine Weile her, seitdem das neue Jahr begonnen hat, doch trotzdem wünsche ich euch allen nachträglich ein tolles neues Jahr! Ich hoffe, ihr alle seid gut ins neue Jahr gestartet und hattet einen schönen Jahresanfang. Hier auf Okinawa war es Silvester sehr ruhig. Da hier ja nicht wie in Deutschland mit buntem Feuerwerk an Silvester gefeiert wird, war es ziemlich gemütlich und still hier. Mit Irene habe ich mir daher auch einen gemütlichen Abend gemacht: wir haben den ersten Film von Harry Potter auf Japanisch geschaut, dabei Süßigkeiten vernascht, im Anschluss noch im Internet „Dinner for One“ geschaut und später um Mitternacht mit ein bisschen Sake angestoßen. Aus der Ferne konnten wir das Knallen von Feuerwerk hören, denn wie ich erfahren habe, wird in der größeren Stadt namens Chatan an Silvester ein Feuerwerk veranstaltet. Leider konnten wir aber nichts sehen, sodass wir lediglich dem Knallen ein wenig zuhören konnten.

Ebenso gemütlich war für mich dann auch der erste Tag des neuen Jahres, denn da ich endlich meine Berichte für die Uni fertig geschrieben hatte (dachte ich zumindest, denn ich habe nun in der Uni erfahren, dass meine Lehrerin sich die Berichte etwas anders vorstellt, als ich ihn bisher geschrieben habe, weshalb ich ihn nochmal überarbeiten muss), konnte ich mich nun endlich dem Roman widmen, der mir meine Familie Ende November zum Namenstag geschickt hatte! Darauf hatte ich mich schon die ganze Zeit gefreut und so konnte ich dann die ruhigen Ferientage ganz dazu nutzen, um mich mit einer heißen Tasse Tee und meinem Buch ins Bett zu verkriechen und mich ganz wieder einem guten Buch widmen. :)
Am Abend bekam ich dann noch einen Besuch von Irene, die mir einen kleinen Glücksbringer schenkte, den sie bei einem Schrein gekauft hatte. Es ist ein Glücksbringer für das Studium, was man nicht nur an den Schriftzeichen erkennt, sondern auch daran, dass kleine Bleistifte auf dem Glücksbringer zu sehen sind. ^^

Und hier sieht man den kleinen Glücksbringer. ^^

Die meisten anderen Tage der Ferien verliefen auch relativ ruhig und ereignislos. Am 3.1. habe ich gemeinsam mit Irene und Laurin mal wieder gekocht. Das Resultat: Sukiyaki! Es war mal wieder köstlich und wir hatten einen schönen Mittag bei einem leckeren Abendessen. Spontan wurde dann noch entschieden, dass es abends zum Karaoke gehen sollte. Zwar fragten wir auch andere Leute, ob sie mitkommen wollten, doch da die meisten entweder keine Zeit oder keine Lust hatten, gingen wir am Abend zu viert (Irene, Laurin, Anna (sie hatte glücklicherweise noch zugesagt) und ich) zum Karaoke. Die Karaokebar, zu der wir gingen, ist eigentlich nichts weiter, als ein großer Container, in dem es verschiedene Räume mit den Karaokeanlagen gibt. Man muss wirklich sagen, dass diese Karaokebar relativ schäbig ist und auch die Frau, die immer Getränke bringt und das Geld später abrechnet, ist oftmals mürrisch, aber da es wirklich billig dort ist und die leicht schäbige Umgebung diese besondere Atmosphäre ausmacht, ist es eigentlich ganz gemütlich dort. :) Nach dem Karaoke fand ich in meinem Briefkasten eine kleine Postkarte und einen kleinen Anhänger! Wie ich später herausfand, war dies ein kleines Geschenk von Carine (Französin). Auf der Karte hatte nämlich kein Name gestanden, weshalb ich erstmal nachforschen musste, wer mir das Geschenk in den Briefkasten gelegt hatte. Es war ein Dankeschön von Carine, da ich unter anderem ihr zu Weihnachten ein kleines Tütchen mit selbstgemachten Pralinen und einem Origami-Schmetterling geschenkt hatte.

 Unser leckeres Sukiyaki! *___*

 Und hier der kleine Karaokeraum, in dem man gemütlich mit vier Leuten reinpasst. :)

 Laurin und Irene singen voller Begeisterung. ^^

 Anna ist auch glücklich. :)

Das ist die Karte und das kleine Geschenk von Carine. Süß, oder? :)

Samstag waren Irene, Anna und ich dann nochmal im Einkaufszentrum in Nishihara. Dort haben wir dann wieder ein wenig was eingekauft. Unter anderem habe ich nun einen ganz flauschigen Pyjama (Yeah, wann findet die nächste Pyjama-Party statt?!), einen schönen Pullover, einen hoffentlich stabilen Regenschirm, der die Winde hier aushält, und einen kleinen rasanten Handstaubsauger, mit dem ich nun endlich die Wohnung ordentlich sauber machen kann! ^o^ In einem der kleineren Schnellimbisse haben wir dann auch zu Mittag gegessen. Ich hatte dieses Mal ein Reisomelette mit Gemüse und panierten Fleischstücken. Sehr lecker! *___*
Am Sonntag habe ich dann noch mit Anna gemeinsam zu Mittag gegessen und dabei brachte sie mir auch eine kleine Karte und Süßigkeiten mit, als kleines Neujahrsgeschenk! *___*

 Das war mein Mittagessen: Reisomelette mit Gemüse.

 Und hier ein hübsches Bild von Anna und Irene. ^^

Und hier die Neujahrskarte und die Süßigkeiten von Anna. :)

Am Montag begann dann hier wieder die Uni und als ich an dem Mittag nach der Uni wieder zum International House kam, fand ich in meinem Briefkasten zwei weitere Postkarten, dieses Mal Neujahrskarten! Eine war von Saki, eine unserer Tandempartnerinnen, und die andere von einer lieben Freundin namens Evelyn, die zurzeit in Tokyo an der Universität studiert. :)

 Das ist die Karte von Saki. :)

 Und das ist die Karte von Evelyn. Eine Karte aus dem Pokémon-Center! *____*

Als ich dann etwas später noch einkaufen ging, traf ich auf dem Rückweg Tomari-san, eine Frau, die ich ungefähr vor einem Monat kennen gelernt habe. Auf dem einen Weg, den ich immer zu dem Supermarkt laufe, liegt eine Grundschule und da es dort aber auch Firmen gibt und große LKWs öfter mal in die Einfahrten fahren, gibt es immer jemanden, der an solchen Einfahrten steht, um aufzupassen, dass keine Kinder in Gefahr geraten, wenn diese mal achtlos über den Bürgersteig laufen, wenn sie Schulschluss haben. Normalerweise stand dort immer ein Mann, aber vor ungefähr einem Monat war es eine Frau, die mich herzlich grüßte. Vor Weihnachten habe ich sie dann noch einmal getroffen und da hat sich mich auch angesprochen und gefragt, ob ich Austauschstudentin wäre und woher ich denn käme. Sie ist wirklich sehr lieb und freundlich. Wir haben uns ein bisschen unterhalten und sie hat mir auch gleich ihren Namen verraten. Als ich nun am Montag auf dem Rückweg vom Einkaufen war, hatte Tomari-san wieder Dienst und als sie mich schon von Weitem kommen sah, winkte sie mir fröhlich mit den Armen zu und rief mir laut „Andrea-saaaan!“ entgegen (Kleine Anmerkung für alle, die sich wundern, was das „san“ hinter Namen bedeutet: In Japan hängt man es an den Namen an, um jemandem Respekt zu erweisen. Im Deutschen würde man es oft mit „Herr“ oder „Frau“ übersetzen). Freudig wünschte sie mir ein neues Jahr, hakte sich gleich bei mir unter und teilte mir mit, dass sie ein Geschenk für mich habe. Ich sollte dann kurz warten, während sie es holte. Und als sie wiederkam, drückte sie mir ein wunderschönes kleines Tuch in die Hände, welches mit für Okinawa typischen Mustern bestickt war. Sie erklärte mir dann sogleich, dass das eine Erinnerung für mich an Okinawa sein soll. Ich war wirklich überrascht und auch gerührt, immerhin war es gerade erstmal das dritte Mal, dass wir uns gesehen haben und schon bekomm ich von ihr ein Geschenk! Das fand ich wirklich unglaublich lieb von ihr und ich werde mich dafür auch mit einem kleinen Geschenk bei ihr revanchieren, was ich ihr dann hoffentlich bald überreichen kann, sobald ich sie erneut dort treffe! ^o^ Ich bin manchmal immer wieder über diese Freundlichkeit der Okinawaner erstaunt, die ich hier erlebe. :)

 Das ist das kleine Tuch, welches ich von Tomari-san erhalten habe. :) Schön, nicht wahr?

Dienstag wurde es dann in der Uni wieder spannend, denn es stand ein weiteres kulturelles Ereignis an: 書き初め (Kakizome)! Kakizome beschreibt das Ereignis, wenn man das erste Kanji im neuen Jahr schreibt und zwar mit Pinsel und Tusche. Kurzum: Wir widmeten uns der Kalligraphie (書道(Shodou))! Im letzten Jahr sollten wir unserer Lehrerin, die übrigens Kalligraphie gelernt hat und es wirklich ganz toll kann, ein Wort mit höchstens vier Schriftzeichen schicken und eine Begründung liefern, warum wir dieses Wort schreiben möchten. Dieses Wort hat sie dann für uns als Vorlage einmal mit Pinsel geschrieben, sodass wir es dann im Unterricht benutzen konnten. Diese Kalligraphie wird übrigens bei unserem Redewettbewerb am 24.1. hinter uns aufgehangen, wenn wir unsere Rede halten.
Gemeinsam mit einer anderen Klasse übten wir also heute unsere Fähigkeiten im Bereich der Kalligraphie. Zunächst gab unserer Lehrerin uns eine kleine Einführung in die Grundtechniken und der Utensilien, ehe wir erst einfache Zeichen oder nur Striche zur Übung schreiben sollten. Erst danach sollten wir dann versuchen, unser Wort mehr oder weniger schön auf das Papier zu bringen. Mein Wort war übrigens 友情(Yuujou) und bedeutet „Freundschaft“. Vielleicht fällt einigen auf, dass das erste Zeichen das Zeichen ist, welches ich immer an meiner Kette habe. Und genau aus diesem Grunde habe ich auch das Wort gewählt, da das erste Zeichen so etwas wie ein Glücksbringer für mich ist. :)
Zunächst war es relativ schwierig, halbwegs schön etwas mit dem Pinsel und der Tusche zu schreiben, doch nach und nach bekam man ein wenig Übung und man konnte letztendlich erkennen, was man geschrieben hatte. Am Ende sollte man dann das beste Ergebnis seiner Versuche, das eigens auserwählte Wort zu schreiben, raussuchen und es mit seinem Namen versehen, damit es beim Redewettbewerb aufgehängt werden kann.
Obgleich es anfangs relativ schwierig war, hat es dennoch viel Spaß gemacht! ^o^ Hier ein paar Eindrücke unserer Kalligraphie-Versuche:

 Hier sieht man die Powerpräsentation, die auf die Leinwand projeziert wurde, um uns eine kleine Einführung zu geben.

 Diese Folie der Präsentation zeigt die verschiedenen Gegenstände und deren Bezeichnungen.

In der Mitte des Raumes standen dann Pinsel und Tusche bereit.

Das waren dann unsere Utensilien: rechts ein kleines Koffer mit allen nötigen Sachen und links unser ausgesuchtes Wort, welches unserer Lehrerin uns aufgeschrieben hatte, damit wir eine Vorlage haben. 

 So sieht es dann aus, wenn alles "aufgebaut" ist: Links die Vorlage, in der Mitte eine Matte aus einem filzähnlichem Stoff, auf dem man das Blatt legt, welches man beschreibt, und rechts das viereckige Töpfchen, wo die Tusche reinkommt. Das pinke Plastikfläschen diente nur dazu, das wir den Pinsel irgendwo ablegen können. ^^"

Und so sieht das dann aus, wenn man den Pinsel darauf legt. :)

Hier ein Bild von den beiden Pinsel, die wir benutzt haben. Der dickere dient dazu, um das Wort zu schreiben und der dünnere wird benutzt, um damit unseren Namen an den linken Rand zu schreiben.

Hier sieht man, wie jeder damit beschäftigt ist, sein Kanji zu schreiben. Unserer beiden Lehrerinnen gingen dabei immer herum und halfen einem.

Und das waren meine ersten Versuche! Ahahaha! Einfach nur ein paar Striche (die orangefarbenen hat meine Lehrerin gemacht). Aber man fängt ja klein an. ;)

 Und dann wurde es schon etwas schwieriger. :)

 Und dann endlich: Ich habe zum ersten mal mein Kanji geschrieben! Nun ja, es ist nicht so schön geworden wie das meiner Lehrerin, aber ich bin damit zufrieden. :)

 Und zum Spaß habe ich auch einmal diese beiden Kanji geschrieben. Sie stehen für "Okinawa". ^^

 Und so sah es später hinter uns aus: Überall lagen Übungsblätter und Versuche, das Kanji zu schreiben, herum. :)

 Später mussten wir noch unseren Namen an den linken Rand setzen, nachdem wir uns für einen unserer Versuche entschieden hatten. Aber dafür musste auch erstmal der Name geübt werden. ^^"

Ich habe mich für meinen ersten Versuch entschieden und dann meinen Namen schließlich noch links an den Rand gesetzt.

 Und hier sieht man Laurin mit seinem fertigen kakizome. :)

 Frau Ashihara hat dann diverse Entwürfe und engültige Kanji überall im Klassenraum aufgehangen. ^^

 Und hier wieder ein paar Kanji, die aufgehangen wurden. ^^

Und zum Schluss nochmal ein Verglelich zwischen der Vorlage meiner Lehrerin und meinem kakizome. ^^

Heute (Mittwoch) hatten wir erneut ein besonderes Ereignis in der Uni, denn dieses Mal durften wir von einer weiteren Teemeisterin etwas über die Teezeremonie erfahren. Doch dieses Mal ging es um die traditionelle Zubereitung von Tee hier auf Okinawa. Diese spezielle Zubereitung heißt „buku buku cha“. Buku buku bedeutend so viel wie „schäumend“ und cha steht für „Tee“. Der Name enthält bereits die Besonderheit dieser Zubereitung des Tees, denn nachdem der Tee zubereitet wurde, wird etwas von dem dadurch entstandenen Schaum über das Getränk getan, sodass es aussieht, als hätte der Tee eine Schaumkrone. :) Zwei sehr nette Frauen haben uns viel darüber erzählt und sie haben dann auch Tee für uns vorbereitet. Es war wieder einmal ein tolles Erlebnis und man hat wieder viel Neues erfahren. ^^ Außerdem habe ich noch einen sehr leckeren Keks von einem Austauschstudenten namens Ri bekommen, der in den Weihnachtsferien auf Hokkaido war und von dort Kekse als kleine Geschenke mitgebracht hat. :)

 Zunächst einmal der Keks von Ri: Er nennt sich shiroi koibito, also übersetzt: "Weiße/r Geliebte/r". Ein interessanter Name, aber warum er so heißt, weiß ich nicht. ^^"

 Und so sah der Keks dann aus! Er war auf jeden Fall sehr lecker. :) Innen drinnen war weiße Schokolade (vielleicht lässt sich damit schonmal das "weiß" im Namen erklären ^^°).

 Diese wunderschöne Dekoration erwartete uns dann an diesem Morgenim Konferenzraum des International Houses, wo die Zubereitung des buku buku cha stattfand.

 Hier sieht man einmal die verschiedenen Gerätschaften von Nahem. :)

 Der Schirm mit dem Fächer und der Deko war wirklich sehr, sehr schön. :)

 Und hier einmal der Fächer etwas näher: Darauf sind Pferde zu erkennen, da dieses Jahr das Jahr des Pferdes ist. ^^

 Und hier ein hübsches Bild von Yilin (links) und Anna (rechts). Außerdem sieht man an rechten Bildrand im Hintergrund noch Ri, von dem ich den Keks bekommen habe. ^^

 Und das war unsere liebe Teemeisterin: Frau Tanaka. Wie wir erfahren haben, ist die 77 Jahre alt. Eine sehr freundliche und unglaulich sympathische Frau. ^^

 Und hier sieht man ein mochi (Reiskuchen), der in einem großen Blatt aufbewahrt wird. 

Und hier bin ich einmal. ^^

 Und noch einmal ich! Dieses Mal mit Ya-yun zusammen. ^^

 Und hier sieht man die andere Teelehrerin, die für uns den Tee vorbereitet hat.

Und das war die Süßigkeit, die wir vor dem Tee erhalten haben. Das Muster, was darauf zu sehen ist, ist das Wappen des alten Königreiches Ryukyu. Die Serviette ist wie ein Kranich gefaltet, was ich total süß fand. :)

 Und hier noch einmal die eine Teeleherin. ^^

 Und so sah die Süßigkeit von innen aus: Sie war mit einer leicht herben Masse gefüllt, die die Süße der Ummantelung gut neutralisierte.

 Tadaaaa: Hier nun endlich der "aufgeschäumte Tee"! Der hat wirklich lecker geschmeckt! :)

 Und hier sieht man rechts unserer Lehrerin Frau Yamashiro und links neben ihr ihre Gehilfin. Beide tragen einen bingata, also einen Kimono/Yukata im typisch okinawanischen Stil. :)

Und zum Schluss noch ein Gruppenfoto! Wer findet mich?! ^o^

An dieser Stelle beende ich dann nun erstmal meinen ersten Blogeintrag im neuen Jahr. ^^ Sicherlich werden jetzt wieder öfter Blogeinträge folgen, denn jetzt, wo die Uni wieder begonnen hat, gibt es häufiger spannende Dinge zu berichten. Also bis zum nächsten Blogeintrag! ^^o

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